Gut besucht war das Herzogenauracher Vereinshaus am Freitagabend, die CSU hatte zum Neujahrsempfang geladen. Gastredner war Manfred Weber, der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament.

Freilich stand die Versammlung auch im Zeichen des Wahlkampfes. So äußerten sich zunächst die Bürgermeisterkandidatin Sabine Hanisch und Landrat Alexander Tritthart über Angelegenheit aus Stadt und Landkreis. Hanisch blickte in ihrer Ansprache zuversichtlich auf die Kommunalwahl im März.

Stadtrat live?

Angelegenheiten, die ihr für Herzogenaurach besonders am Herzen lägen, seien die Verhinderung der massiven Bebauung des Hubmann-Areals und die Wiederbelebung der Innenstadt. Dies solle im Rahmen einer Neuorganisation des Stadtmarketings sowie einer botanischen und gastronomischen Aufarbeitung der Altstadt geschehen, sagte sie. Die Eröffnung eines Baumarkts und mehr Transparenz in der Politik sind weitere Eckpfeiler des Wahlprogramms. Für letzteres würde Sabine Hanisch gerne alle Stadtratssitzungen live im Internet übertragen, so dass jeder Bürger daran teilnehmen könnte.

"Wir wollen wieder mehr Lust auf Herzo machen", erklärte Hanisch und erntete dafür großen Applaus. Auch sei es der CSU wichtig, immer ein offenes Ohr für die Fragen und Anliegen der Bürger zu haben. Dies sei ein Aspekt, der ihnen bei der politischen Konkurrenz aktuell fehle.

Auf diese Ansprache folgte eine Showeinlage zweier Nachwuchstalente des KCH, die für gute Stimmung sorgte. Im Anschluss richtete Landrat Alexander Tritthart einige Worte an die Anwesenden. Er blickte zufrieden auf das letzte Jahrzehnt zurück, und auf die Erfolge des Landkreises ERH.

Zuversichtlich bleiben

"Auch wenn ab 2021, wirtschaftlich gesehen, dunkle Wolken aufziehen, sollten wir zuversichtlich bleiben", stellte Tritthart fest. Gerne würde er weiterhin das Amt des Landrates ausüben, denn es mache ihm viel Freude.

Zuletzt richtete er zwei Bitten an Manfred Weber, den Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament: "Wir brauchen mehr Unterstützung von europäischer Seite für unsere Land-, Teich- und Forstwirte, denn die tun sich wirklich schwer zur Zeit. Außerdem wünsche ich mir Hilfe bei dem geplanten Bürokratieabbau."

Nach einer weiteren mitreißenden Performance des KCH betrat Manfred Weber selbst das Podium. In seiner Rede betonte er mehrmals, dass ein vereintes Europa als Vorbild für andere Länder vorangehen sollte, egal ob bei den Themen Klimaschutz, Friedensmacht oder Handelsverträge.

Weber zum Brexit

Natürlich sprach er auch den Brexit kurz an, der zu diesem Zeitpunkt noch kurz bevorstand. "Ich habe dem Austrittsvertrag schweren Herzens zugestimmt," sagte Weber, "aber ein ungeregelter Austritt kam für mich nicht in Frage. Ich will Freundschaft und Partnerschaft mit den Briten, aber keine Rosinenpickerei." Politik sei ernster geworden, auf Kommunalebene ebenso wie auf Europaebene, und es stünden einige Veränderungen bevor. Dennoch sollte man dankbar sein, "dass wir seit 75 Jahren in Frieden leben und unser Ziel sollte es sein, dies beizubehalten", betonte der Redner.