Montagvormittag, reger Verkehr auf der Nordumgehung, aber alles fließt ruhig. Die Baustelle an der Kreuzung des Hans-Ort-Rings mit der Flughafenstraße hat kaum Auswirkungen, Staus sind nicht zu verzeichnen.

Ganz anders war die Situation am Samstag. Da strömten die Sportschuhtouristen in die Stadt, wohl auch extremer als sonst, wie Bürgermeister German Hacker (SPD) vermutet, woran immer das auch gelegen haben mag. Jedenfalls blieb der Strom an Fahrzeugen nicht ohne Folgen - der Verkehr floss an der Ampel nicht ab und vom Parkplatz des Sporthauses Hoffmann sei man schon erst gar nicht mehr weggekommen. Bis zu 45 Minuten Wartezeiten, so sei ihm gesagt worden, hätten Kunden dort in Kauf nehmen müssen.

Zurzeit wird an der Kreuzung eine zusätzliche Rechtsabbiegespur gebaut. Das bedeutet, dass während der Bauarbeiten für alle Richtungen nur eine Spur zur Verfügung steht. Das hat den Verkehr am Samstag zum Erliegen gebracht. Betroffen waren vor allem die Outlets in der Zeppelinstraße.

Sporthauschef Johannes Hoffmann kann das bestätigen und toppt die Aussage des Bürgermeisters noch. "Bis zu einer Stunde" standen die Autos auf dem Parkplatz vor seinem Geschäft, sagte er. "Da war von vorne bis hinten alles zu, keiner kam mehr heraus." Teilweise waren es hundert Fahrzeuge, die da versuchten auszufahren.
Werktags seien Engpässe vielleicht an den Abenden zu spüren. Doch dieser Samstag hatte es in sich. Dabei sei es zwar "ein ganz guter" Tag gewesen, aber "der Mega-Samstag war es nicht." Und der Reformationssamstag am 31. Oktober kommt erst noch.

Betroffen waren aber auch die Bewohner des Ortsteils Herzo Base. Auch hier war kein Vorwärtskommen. Kommentare auf Facebook zeugen davon. Sieben Wochen noch dauert die Baustelle, doch sieben Wochen lang wolle man diese Beeinträchtigungen nicht mehr in Kauf nehmen. Zumal die Herzo Base ja ohnehin seit Monaten eine Sackgasse ist. Denn durch eine zeitgleiche Straßenbaustelle ist der Weg über Haundorf gekappt.

Weiterhin Beeinträchtigungen schlucken müssen die Bewohner aber nicht, wie der Bürgermeister versichert. Denn am 30. Oktober soll wenigstens die Straße nach Haundorf fertig gestellt sein und dem Verkehr wieder übergeben werden. Dazwischen liegt nur ein Samstag, für den die Stadt laut Hacker nun eine Lösung sucht. Denn eine Wiederholung der jüngsten Zustände wäre alles andere als gut.


Entlastung wird geprüft

Das Problem ist, dass der Verkehr aus der Zeppelinstraße (Outlets) und Herzo Base (Wohngebiet) bisher nur über die eine verbleibende Spur der Nordumgehung abfließen kann. Das will Hacker, der sich gestern mit seinen Mitarbeitern Gerhard Merkel und Thomas Nehr vom Bauamt besprach, insofern ändern, als dass eine weitere Abfahrt ermöglicht wird. Wenigstens am kommenden Samstag und in die andere Richtung. Von drei Entlastungs-Möglichkeiten, die man gefunden hat, kommt vermutlich die folgende in Betracht.

So wird seit gestern Vormittag geprüft, ob für diesen einen Tag die Straße in Richtung Haundorf geöffnet werden könne. Gespräche mit der Baufima sollen das klären. Bisher ist an der Höhe des Abzweigs zur Nutzung Schluss, der ebenfalls jetzt gebaut wird. Eine weitere Möglichkeit, den Olympiaring zu öffnen, kommt laut Hacker schon aus "technischen Gründen" nicht in Frage.Dort sei der Asphalt aufgerissen.

Als Drittes war noch überlegt worden, ob der Verkehr aus dem Wohngebiet der Herzo Base nicht über die künftige Anbindung an die Nordumgehung abfließen könnte, zumindest vorübergehend. Aber auch davon hat die Stadt Abstand genommen. Da wäre auch der Aufwand viel zu groß, sagte Hacker. Und außerdem äußerten sich Ortsteilbewohner in ihrer Facebookgruppe ablehnend: "Keinen Verkehr durch ein Wohngebiet. Das ist für die Anwohner kein Spaß. Die Abkürzung bleibt den Leuten im Gedächtnis." So lautete ein Kommentar.


Reicht der Samstag?

Bis Redaktionsschluss dauerte die Prüfung an. Ob jetzt die Straße nach Haundorf geöffnet werden kann oder doch das Wohngebiet vorübergehend geöffnet wird, das stand noch nicht fest. Vielleicht genügt es auch nicht, nur den kommenden Samstag herzunehmen. Darauf deutet die Aussage eines Sporthaus-Mitarbeiters hin. Schon am Freitag, als Adidas Feierabend hatte, seien längere Staus aufgetreten.