Was tut sich in der Partnerregion Cajamarca im Norden von Peru? Die Bewohner in dem Landstrich sind von einer Goldmine bedroht, die die Existenz der Bauern gefährdet. Das betrifft nicht nur die Partnergemeinde Tembladera.

Deshalb lauschten die Mitglieder des Förderkreises Cajamarca um ihren Perukenner Hans Meister aufmerksam, als Padre Victorino Guerra jüngst zu Besuch in Herzogenaurach war. Seit fast einem Jahr ist er zwar nicht mehr der Seelsorger der Partnerpfarrei Tembladera. Aber auch die Menschen in seinem neuen Einsatzort sind von der Mine betroffen.

Der Grund für seinen Besuch in Deutschland war, dass die neue Pfarrei von Padre Victorino Guerra, "Nuestra Señora de Guadelupe" in Cajamarca, eine Pfarreipartnerschaft mit Ostrach unterhält. Anlässlich des 20-jährigen Pfarrpartnerschaftsjubiläums ist Padre Victorino in Deutschland und besuchte auch seine Freunde in Herzogenaurach.

"Ich fühle mich sehr als Freund von Herzogenaurach und freue mich, wieder hier sein zu können," meinte Padre Victorino nur, als er seine alten Bekannten traf. Er hat die Pfarrei Tembladera 18 Jahre seelsorgerlich betreut und war bereits 1996 erstmals in Herzogenaurach. Er lud die Delegation der Herzogenauracher, die im Sommer nach Peru fährt, dazu ein, auch ihn zu besuchen.

Seine neue Pfarrei "Nuestra Señora de Guadelupe" in Cajamarca hat 18 000 Gläubige, es gibt hier Projekt zur Beratung von Krebskranken und eine Privatschule. Auch in seiner neuen Pfarrei ist die Goldminenproblematik unverändert aktuell. Von einer neuen Mine, in der im Tagebau Kupfer, Gold und Silber abgebaut werden sollen, sind 200 Ortschaften mit rund 40 000 Bewohnern betroffen. Die Minenbetreiber geben nur 32 Ortschaften an. Es ist geplant 16 000 Hektar Landschaft für die Mine zu opfern, 34 Hektar Seen in der Region werden dadurch zerstört, die Flora und Fauna ist bedroht.

An Ertrag werden elf Millionen Unzen Gold erwartet, sehr rentabel beim derzeitigen Goldpreis. Auch wenn das Gold mit giftigem Zyanid aus dem Gestein gewonnen werden muss. Zyanidlaugung und durch die Sprengung losgelöste Schwermetalle verseuchen die ganze Region, wie bereits die betriebenen Minen zeigen. Einige Tierarten wie zum Beispiel Frösche, sind um Tembladera schon ausgestorben.


Gesetzesverstöße


92 000 Tonnen Gesteinsmaterial müssen täglich bewegt werden, weiß Padre Victorino zu berichten. Geplant sind 17 Jahre Betrieb und zwei Jahre Renaturierung der zurückbleibenden Geröllhalde.Das Vorhaben zerstört die Lebensgrundlage Tausender und verstößt gegen zwei Gesetze. Zum Beispiel werde nicht eingehalten, dass Gewässer und Quellen durch Bergbau nicht betroffen werden dürfen.

Gegen das Vorhaben gab es von November bis Dezember im letzten Jahr Streiks, die mit dem Ausnahmezustand beantwortet wurden. Trotzdem konnte die Pfarrei von Padre Victorino ihr Patronatsfest begehen. In seiner neue Pfarrei gibt es viele Minenarbeiter, es ist daher eine arme Gegend, aber auch der Flugplatz von Cajamarca liegt im Bereich der Pfarrei.

Der neue Seelsorger von Tembladera, Padre Segundo Alarcon Cobeñas, führt die Schulküche weiter, auch die Frauen organisieren sich weiterhin. Demnächst ist Pfarrgemeinderatswahl in Tembladera, die alle zwei Jahre stattfindet. Gewählt werden drei Gremien, eines für die Katechese, eines für die Liturgie, eines für den sozialen Bereich.


Mit finanzieller Unterstützung aus Herzogenaurach läuft dort zurzeit ein Aufforstungsprojekt


Jüngstes Projekt, das vom Herzogenauracher Förderkreis finanziell unterstützt wird, ist ein Aufforstungsprojekt im Hochland von Tembladera. Inzwischen ist aus Peru ein Brief eingetroffen, in dem sich die Campesinos für die Hilfe bedanken.

Darin heißt es wörtlich: "Unser Aufforstungsprogramm kommt gut voran. Der Regen ist gut für uns, auch wenn er in manchen Gemeinden den Mais wegschwemmt. Unsere Pflanzen wachsen prächtig, 40 000 Pinien sind schon aufgegangen." Weiter wird in den Brief der Asociación Dammert Bellido erwähnt, dass jetzt im März die Zypressen ausgesät werden, im Juni Aliso und Eukalyptus folgen, weil diese Sorten schneller wachsen. In der kommenden Regenzeit werden alle Pflanzen dann ins Freie ausgesetzt".


Marsch für das Wasser


Dieses Aufforstungsprojekt soll zuerst die Umweltbedingungen verbessern und nach etwa 20 Jahren durch den Verkauf der Bäume auch einen ökonomischen Beitrag liefern. Die Initiatoren planen den Anbau von Baumgruppen und auch von Hecken und Windschutzreihen. Innerhalb einiger Jahrzehnte könnte sich dann vielleicht eine richtige Holzwirtschaft für den lokalen Markt entwickeln, lautet die Hoffnung der Asociacion in Bambamarca.
Außerdem berichten die Schreiber aus Tembladera von einem zehntägigen "Marsch für das Wasser", an dem 173 Delegierten aus der Provinz Bambamarca teilgenommen hatten. Rund 60 000 Teilnehmer forderten dabei von der Regierung, das Bergbauprojekt "Conga" in den Höhen der Provinzen Celendín, Bambamarca und Cajabamba nicht durchzuführen.