"Mit Ihrem Einsatz leisteten und leisten Sie Großartiges. Sie schaffen damit hohe Lebensqualität für einen Menschen, den Sie lieb haben und der Ihre Hilfe braucht und schätzt." Mit diesen anerkennenden Worten würdigte Landrat Eberhard Irlinger (SPD) am Mittwoch im Landratsamt in Höchstadt die aufopferungsvolle Pflegetätigkeit der drei mit Blumen und einer Urkunde Geehrten.

Pflegebedürftige Kinder

Ilse Pink
aus Bubenreuth, Kerstin Auer aus Adelsdorf und Franz Schwarz aus Oberreichenbach wurden stellvertretend für alle diejenigen geehrt, die mit viel Liebe und aufopferungsvoller Zuwendung im eigenen Heim ihre schwer erkrankten Familienmitglieder pflegen und betreuen.
Ilse Pink pflegt ihre beiden Kinder, den 19-jährigen Patrik und die 12-jährige Chiara.
Beide kamen geistig behindert zur Weltund erkrankten später noch an ADHS und Autismus. Für die Pflege ist sie überwiegend allein da, da ihr Ehemann berufstätig ist.
Kerstin Auer pflegte ihre demenzkranke Mutter vier Jahre lang nach einem schweren Herzinfarkt bis zu deren Tod im Sommer dieses Jahres. Auer betonte, dass durch die Tagesbetreuung der Höchstadter Caritas diese häusliche Pflege überhaupt erst möglich geworden sei, denn sie selbst sei ebenso wie ihr Mann berufstätig. Weil ihre Mutter, die mit im Haus wohnte, für ihre Enkelin Katrin immer ein liebevoller Babysitter war, sei es für Kerstin Auer und ihre Familie eine Selbstverständlichkeit gewesen, den "Generationenvertrag" zu erfüllen und die häusliche Pflege der Mutter zu übernehmen. Auch die Sterbebegleitung sei für Auer nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern ein echtes Herzensbedürfnis gewesen.
Für Franz Schwarz, der mit seiner Ehefrau seit 53 Jahren verheiratet ist, ist die Pflege der seit 2007 an Demenz Erkrankten ebenso selbstverständlich. Diese Betreuung und die zunehmende Versorgung des Haushaltes ist für Franz Schwarz etwas völlig Normales. Er hat seinen Mut nie sinken lassen und kümmert sich liebevoll um seine Frau. Damit wird er zum wichtigen Teil der Lebenswelt der Erkrankten und bestimmt mit seiner Pflege das Wohlbefinden und die Lebensqualität der 78-Jährigen.

Ehrenamtliches Handeln

Die sehr verantwortungsvolle und mitunter unwahrscheinlich beschwerliche Aufgabe der Pflege sei nach den Worten Irlingers auch eine wesentliche Form der Nächstenliebe. Diese Familien stellten den größten Pflegedienst der Nation dar.
Laut einer alle zwei Jahre neu erscheinenden Pflegestatistik sind jährlich rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Auf den Landkreis Erlangen-Höchstadt entfallen davon jährlich rund 2600 Pflegebedürftige, die Leistungen zu beanspruchen haben. Etwa 1250 Personen davon erhalten das Pflegegeld, werden also in der Regel zu Hause allein durch die Angehörigen gepflegt. Mit dieser ehrenamtlichen Tätigkeit reihen sich die pflegenden Familienangehörigen in die stattliche Zahl von zwei Dritteln der Bevölkerung der Bundesrepublik ein, die mit großem persönlichem Engagement ehrenamtliche Tätigkeiten leisten - in den Feuerwehren, im THW, im Roten Kreuz und den Pflegediensten ebenso, wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen.