Nach nur zwei Schlägen saß der Hahn, aber sie haute einfach nochmal drauf, die Renate Schroff. "Es hätte ja sein können, dass der wieder rausfliegt", meinte Schroff anschließend.

Die zweite Bürgermeisterin würdigte die lange und erfolgreiche Tradition der Brauerei Heller, "darauf können sie zu Recht stolz sein", sagte Schroff zu den drei Generationen der Brauereifamilie. Die beiden Jüngsten der Familie, der dreijährige Fabian und sein zweijähriger Bruder Nico, waren beim Anstich mit ihrem Vater Alexander unmittelbar dabei, tobten aber nach dem Anstich lieber in der Hüpfburg.

Cornelia und Alexander Heller hatten für das Pfingstwochenende extra ein Zwickl-Bier mit 12 Prozent Stammwürze eingebraut. "Ich denke, es wird übers Wochenende reichen, wir haben 3000 Liter in Fässern abgefüllt", erzählte der Braumeister schmunzelnd. So lagere in den Räumen auch bereits das Kirchweihbier, das erstmals zum Altstadtfest ausgeschenkt wird.


Die Maß für 1,40 Euro?



Beim Brauereihoffest in zwei Jahren kann die Familienbrauerei ihr 140-jähriges Bestehen feiern, erinnerte Gäbelein. "Beim 125-jährigen kostete die Maß 1,25 Mark, dann müsste sie in zwei Jahren 1,40 Euro kosten", meinte Gäbelein zum Seniorchef Hans Heller. Der wollte sich aber nicht festnageln lassen, "schau mer mal", antwortete der Hellers Hans diplomatisch.

Besonders angetan vom Brauereihoffest und Musikantentreffen waren die Stammgäste, "mir braugn kaan Berch, beim Heller gibt's kaa Lausprecher, a scheena Blasmusik, kaa Gedränge und billicher is a nu", meinten der Scholzn Manni und der Lochners Rudi, als sie sich zuprosteten.

Zwei Lautsprecher gab's schon im Zelt, die brauchten aber nur Klaus-Peter Gäbelein und die zweite Bürgermeisterin, der Vorsitzende des Heimatvereins moderierte den Nachmittag. Weder die Blaskapelle Wachenroth, geleitet von Peter Arnold, noch Emmi Weiß und die Aurachspatzn brauchten Mikrofon und Verstärkeranlage.


Aufmerksamkeit für die Blasmusik



Die zweiundzwanzig Musikerinnen und Musiker aus Wachenroth, sie begeisterten schon vor vier Jahren die Besucher des Brauereihoffestes, hatten besondere Stücke der gepflegten Blasmusikliteratur nach Herzogenaurach mitgebracht und sorgten auch heuer für Aufmerksamkeit.

Ein Heimspiel hatten wie immer die Aurachspatzn, spielen sie doch bei den Veranstaltungen des Heimatvereins auch immer der Brauereigaststätte und ziehen von Tisch zu Tisch.

Zu jedem Brauereihoffest zieht es auch Albertine und Alfred Schreier. Das an sich wäre ja noch nichts Besonderes. Nur kommt das Ehepaar jedes Mal aus New Mexiko nach Herzogenaurach, zum einen, um die Familie zu treffen, und zum anderen, um mal wieder die fränkischen Köstlichkeiten zu genießen. Das Paar wanderte vor fünfzig Jahren aus und findet so immer wieder den Weg in die alte Heimat.