In Erlangen ist es am Samstagmittag zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Auch das SEK wurde alarmiert. Gegen 13.30 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Anrufe von besorgten Bürgern aus der Isarstraße ein. Auf einem Balkon im 14. Stock eines Wohnhauses wurden zwei Männer beobachtet, die mit Langwaffen (die Rede war von einer "Pumpgun" und einem Sturmgewehr) Zielübungen machten. Durch einen der Zeugen wurde sogar ein Handyvideo gefertigt, das die beiden Männer mit den Gewehren auf dem Balkon zeigt.


SEK verständigt

Sofort fuhren mehrere Streifen zu dem besagten Anwesen und konnten auch die betreffende Wohnung lokalisieren. Da nicht auszuschließen war, dass es sich bei den besagten Waffen um scharfe Schusswaffen handelt, wurde das SEK Nordbayern verständigt.

Noch während die Streifen der Polizei vor der Wohnung auf das Eintreffen des SEK warteten, öffnete sich plötzlich die Wohnungstür und die beiden Männer betraten den Hausflur. Hierbei führten beide die oben genannten Schusswaffen, während einer der beiden Männer zusätzlich noch mit einer Sturmmaske maskiert war. Durch die eingesetzten Streifen wurden die Männer überwältigt.

Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass es sich bei den Schusswaffen um sogenannte Softair-Waffen handelt, welche echten Schusswaffen täuschend ähnlich sehen.

Die beiden Beschuldigten waren zur Tatzeit alkoholisiert und gaben an, im Laufe des Tages zusätzlich Betäubungsmittel konsumiert zu haben. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung konnten noch weitere Anscheinwaffen und Betäubungsmittel gefunden werden.

Einer der Beschuldigten bedrohte und beleidigte während der Sachbehandlung die eingesetzten Polizeibeamten.
Erschwerend kam hinzu, dass er erst vor vier Wochen aus der Haft entlassen wurde, wo er eine mehrjährige Haftstrafe wegen verschiedener Bedrohungsdelikte, abgesessen hatte. Den Mann erwaretet nun der Ermittlungsrichter, welcher über einen gestellten Haftantrag entscheiden wird.
Die Waffen der beiden Beschuldigten wurden sichergestellt und gegen beide Männer wird ein generelles Waffenbesitzverbot angeregt, sodass es beiden in der Zukunft verboten wird, jegliche Art von Waffen zu besitzen oder zu führen.