Kaum ist die erste Kindertagesstätte auf der Herzo Base fertig, steht schon die nächste an. Und es ist nicht auszuschließen, dass in den kommenden Jahren sich dann noch eine dritte Einrichtung in dem neuen Stadtteil anschließen wird. Das Areal wächst, die dortigen Wohngebiete werden mal mehr als 2000 Menschen eine Heimat geben.

Am Olympiaring, gleich neben dem Novina Hotel, ist die zweite Einrichtung geplant. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde, das Erziehungsmodell soll sich an Maria Montessori orientieren. Bauherrin ist die Stadt. Am kommenden Mittwoch werden dem Kulturausschuss Pläne und Konzept vorgestellt.

Die Schätzkosten der Einrichtung, die sich architektonisch nahtlos in das futuristisch anmutende Ensemble der sie umschließenden Adidas-Welt einfügt, liegen bei 4,6 Millionen Euro. Etwa 140 Kinder sollen in sieben Gruppen (Kindergarten und Krippe) Platz finden.
Die Fertigstellung ist für September 2018 anvisiert. Ebenfalls sieben Gruppen sind bereits in der ersten Kita des Stadtteils untergebracht. St. Franziskus liegt zwischen dem ersten und dem zweiten Wohngebiet.

In einem Vorabgespräch informierte Bürgermeister German Hacker (SPD) über das Projekt, das sich durch seine Gestaltung und auch die grüne Farbe in die umliegende Natur einschmiegt. "Die Lage ist hervorragend", sagte er und betonte, dass man das Grundstück mit 3800 Quadratmetern bewusst sehr groß gehalten habe. Dort sei genügend Platz, dass man es so großzügig halten könne. Auch würde genügend Abstand gehalten, zum Beispiel liegen allein tausend Quadratmeter zwischen Kindergarten und Hotel. Aber auch von der Straße rückt man ab. Der Olympiaring werde ja zur Durchfahrtsstraße ausgebaut, weshalb dort auch nicht von Eltern geparkt werden sollte. Zum Ausgleich hat man die Anzahl der Parkplätze auf dem Grundstück sehr hoch gehalten. Es wären nur sechs erforderlich, stattdessen werden es 40, wie Hacker erläuterte. 25 davon sollen ausgebaut werden. Allein diese zusätzlichen Stellflächen lässt man sich 92 000 Euro kosten.

Während der Nachbar zum Westen hin das Novina-Hotel ist und sich im Süden die Straße anschließt, grenzt im Norden das Adidas-Gelände an. Und dazwischen verläuft einmal die Trasse der Stadtumlandbahn. Zum Osten hin ist Garten und viel Grün. In diese Richtung verläuft auch eine Rampe mit sanftem Gefälle. Die Kinder, so erzählte der Bürgermeister über dieses "kleine Goodie", können dort mit ihren Bobbycars hinab rutschen. Eine neue Strecke für Seifenkutschen-Rennen?

Während der Bauzeit dieser neuen Einrichtung können die ersten hierfür gemeldeten Kinder auch schon aufgenommen werden. Drei von sieben Gruppen seien schon belegt, sagte das Stadtoberhaupt. Sie kommen ab September in den Containern an der Beethovenstraße in Herzogenaurach unter, die derzeit noch von den Kindern von St. Martin genutzt werden. Diese Einrichtung wird zurzeit saniert und ist bis dahin fertig.

Auch die alte Schule in Haundorf hätte man als Quartier hernehmen können. Doch dort passen nur wenige Gruppen hinein, in den Containern ist jedoch viel mehr Platz. Man könnte also schon genügend Kinder aufnehmen, die dann 2018 in das neue Gebäude umziehen. Hacker verdeutlichte auch, dass man auf die alte Schule nicht verzichten werde: "Haundorf ist als Puffer weiter wichtig."

Nach der Sitzung im Kulturausschuss ist vom Träger eine Informationsveranstaltung für Eltern vorgesehen. Einen Termin nannte Hacker noch nicht.