Es ist ein leidiges Problem, das Ille Prockl-Pfeiffer in der Stadtratssitzung ansprach: Vollgeparkte Wohnstraßen und verärgerte Anwohner, die keinen Stellplatz für ihr Fahrzeug finden. Vor allem rund um das Firmengelände von Schaeffler trete dieses Problem verstärkt auf. Deshalb bat sie die Verwaltung um eine Information zum Thema.

"Die Autos stehen teilweise seit Jahren in diesen Straßen und bekommen ständig Tickets", bemängelte die CSU-Stadträtin. Und wollte wissen: "Was ist mit diesen Wiederholungstätern?"

Thomas Nehr, der Verkehrsexperte im Rathaus, hatte eine etwas ernüchternde Antwort. "Das Thema Falschparken wird's immer geben", sagte er. Man kriege nie alle Falschparker zu fassen, auch wenn die Verkehrsüberwachung in den sensiblen Bereichen durchaus häufig kontrolliere. Aber es gebe inzwischen auch Kniffs wie zum Beispiel mit Batterien betriebene Parkscheiben.


In Herzogenaurach gibt es eine einheitliche Regelung, aber auch zwei Ausnahmen. Eine solche ist beispielsweise die Kärntner Straße, die in dem genannten Gebiet liegt. Dort wurde in den 80er Jahren eine der beiden ersten Anwohnerparkzonen eingerichtet. Dort bekommt jedes Grundstück einen Ausweis,ohne Hinweis auf das Autokennzeichen. Das hat laut Bürgermeister German Hacker aber den Nachteil, dass nur ein Fahrzeug pro Grundstück einen solchen Ausweis haben kann. Dafür ist er kostenlos.

Allgemein gilt aber eine Regel, die in ganz Deutschland üblich sei, wie Hacker ausführte. Ein Anwohnerparkausweis kostet demnach jährlich 30,70 Euro und muss jedes Jahr neu beantragt werden. Dieser Ausweis gelte immer für ein Fahrzeug und sei auch auf dessen Kennzeichen ausgestellt. Jeder Bürger, der seinen Erstwohnsitz unter einer Adresse in einer Straße mit Anwohnerparkregelung hat, kann einen solchen beantragen.

Keine Garantie

Das bedeutet laut Hacker aber auch, dass pro Haus auch mehrere Parkausweise existieren können. Dann ergeben sich zwangsläufig mehr Anwohnerparkausweise als verfügbare Stellplätze. Hacker: "Ein Anwohnerparkausweis ist keine Garantie auf einen Stellplatz in der zugehörigen Zone."

Prinzipiell gilt für den Bürgermeister aber die Erkenntnis, dass nicht die Anwohnerparkregelung die Ursache für Ärger sei, sondern die Falschparker. Die Regelungen dienten ja dem Schutz der Anwohner und seien in Abstimmung mit ihnen getroffen worden. In Herzogenaurach gibt es drei größere Bereiche, in denen vermehrt solche Regelungen geschaffen wurden. Teilweise handelt es sich da um reines Anwohnerparken, wie Rathaus-Mitarbeiter Thomas Nehr erläuterte. Teilweise auch um Mischlösungen.

Ansprechpartner gewünscht

Und was kann man gegen das wilde Parken tun? Weiter kontrollieren, wie Nehr und Hacker sagten. Oder noch mehr Schilder aufstellen. Das aber wollte auch Ille Prockl-Pfeiffer nicht. Generell sei das ein Thema für den Bauausschuss, sagte der Bürgermeister.

Bernhard Schwab, CSU-Fraktionsvorsitzender und leitender Schaeffler-Angestellter, hatte einen Vorschlag für die Straßen rund um das Firmengelände. Man könnte die Personalleiter informieren, wenn "Wiederholungstäter" aufgespürt worden seien. Oft helfe dann auch ein Gespräch, denn "unsere Mitarbeiter sind natürlich einsichtig."

Von einem Anwohner vor Ort wurden die Sorgen gegenüber dem FT bestätigt. "Ab 18 Uhr gibt es kein Halten mehr", sagte der Mann. Denn dann machen die städtischen Parküberwacherinnen Feierabend. Er würde sich bei Schaeffler einen Ansprechpartner wünschen.