Der Beitritt zur EU hat nicht allen Rumänen geholfen. Das können Irmgard Conrad und Heinz-Friedrich Kiel bestätigen. Sie gehören zur Höchstadter Rumänienhilfe, die seit vielen Jahren armen Menschen im rumänischen Mediasch mit Lebensmittelpaketen unter die Arme greift.
Ältere ohne Angehörige und Familien mit Kindern sind die beiden Gruppen, denen der EU-Beitritt Rumäniens weniger zugute kommt. Die Ausgaben haben rasch europäische Dimensionen erreicht, während die Löhne und Renten eher auf altbekanntem Niveau verharren. "Aktuell erhalten manche Rentner zwischen 100 und 150 Euro monatlich", teilt Kiel dem FT mit. Eine inzwischen erfolgte Mehrwertsteuererhöhung von 19 auf 24 Prozent (meist ohne Lohn- und Rentenausgleich) verschärft die Situation noch.

Mehl, Reis, Nudeln


Ein Lebensmittelpaket in einer haltbaren Plastiktüte beinhaltet hauptsächlich kiloweise Grundnahrungsmittel wie Mehl, Grieß, Reis, Zucker, Margarine, Öl und Nudeln; aber auch Fleisch- und Fischkonserven, Brühwürfel, Kekse und eine Tafel Schokolade fehlen nicht. Seife und Zahnpasta runden den Inhalt ab. "Gekauft wird das meiste im Großhandel vor Ort", sagt Irmgard Conrad. Hierfür erhält der Mediascher Diakonieverein das Geld von den Sammlungen und Spenden in Höchstadt und Umgebung. Gepackt werden die "Pakete" dann in Mediasch. Die Verteilung erfolgt genau kontrolliert mit Hilfe von Bedarfslisten und Bezugsscheinen. Die Höchstadter Helfer halten sich daran.
Weitere Tätigkeitsfelder des Diakonievereins Mediasch sind der ambulante Pflegedienst und das Altenheim in Hetzeldorf. Auch für diese Einrichtungen wurde in Höchstadt gespendet: Bettwäsche, Vorlagen und Unterlagen, Verbandszeug, Körperpflegemittel, Waschmittel, Desinfektionsmittel, geeignete Reinigungsmaterialien, Einmalhandschuhe und andere notwendige, aber teure Artikel für Altenheim und Pflegedienst des Diakonievereins.
Auch gespendete Medikamente, Brillen und andere medizinische Gegenstände hatten die Höchstadter für die Apotheke des Diakonievereins im Gepäck.
Weiterhin unterstützt die Rumänienhilfe der Höchstadter evangelischen Kirchengemeinde die Kirchengemeinde Birthälm. Sie hat enteignetes Land zurückerhalten und muss sowohl das Weltkulturerbe ihrer Kirchenburg als auch die eigenen Gemeinderäume in Stand setzen und halten. Mit einem größeren Zuschuss aus Höchstadt wurde bereits ein Traktor angeschafft. Beim Besuch in Rumänien wurde noch ein Kompressor und diverses Werkzeug - ebenfalls Spenden der Gemeindeglieder - übergeben.

19 Jahre Partnerschaft


In den letzten 19 Jahren hat sich eine zunehmend intensivere Partnerschaft zwischen der Höchstadter Kirchengemeinde und dem Dekanat Mediasch und seinem Diakonieverein entwickelt. Sie soll im kommenden 20. Jahr der Partnerschaft ihren Ausdruck in zwei Begegnungen finden: Vom 17. bis 21. März 2011 kommt eine Gruppe aus dem Bezirk Mediasch in den Aischgrund. Besuchsprogramme, ein Info- und Begegnungsabend und das traditionelle "Sing' für Rumänien"-Konzert mit anschließendem Essen sind geplant.

Neue Mitarbeiter sind willkommen


Um den 2. Oktober 2011 herum (Erntedankfest) wird eine Gruppe der Rumänienhilfe in den Bezirk Mediasch reisen und dort zusammen mit den Mediascher Freunden das Gemeindefest begehen. Auch Blechbläser und andere Musikanten könnten mit dabei sein. Um alles sinnvoll koordinieren zu können, trifft sich der Arbeitskreis Rumänienhilfe in unregelmäßigen Abständen. Interessierte Mitarbeiter sind herzlich willkommen. Weitere Auskünfte erteilen Irmgard Conrad, Tel. 09193/7953, und Heinz-Friedrich Kiel, Tel. 09193/2515.