Er ist fraglos ein echter Superstar auf der weltweiten Fußball-Bühne, auch mit 33 Jahren: Lionel "Leo" Andrés Messi Cuccittini, kurz Lionel Messi. Zurzeit dreht sich alles um den sechsfachen Weltfußballer des Jahres, will er doch seinem bisher einzigen Verein, dem FC Barcelona, den Rücken kehren. Dort spielt er, seit er 14 ist. Und als er 18 war, durfte der gebürtige Argentinier seine erste Fußball-Weltmeisterschaft spielen.

Damals führte ihn der Weg nach Herzogenaurach. Dort bezog die Nationalmannschaft ihr Quartier im Hotel Herzogspark. Viele Fußballfans aus der ganzen Region haben die Gelegenheit damals genutzt, die Albiceleste (Weißblauen) bei den öffentlichen Trainings zu beobachten - im Adi-Dassler-Stadion bei Adidas oder auf der Sportanlage des Gymnasiums. Wer Glück hatte, ergatterte sich ein Autogramm des Stars. Auch wenn er in der Nationalmannschaft damals noch nicht die Hauptrolle spielte, war Lionel Messi doch bereits Publikumsliebling.

Hautnah erleben durften den jungen Fußballstar aber nur wenige Fans. Einer von ihnen ist der heute 26-jährige Patrick Bockel, er traf Messi damals im Foyer des Hotels. "Wir fragten, ob ein Foto okay wäre", sagt Bockel heute. "Ich war ultra aufgeregt", erinnert er sich. Aber trotz der großen Sicherheitsbestimmungen sei das kein Thema gewesen. Der damals Zwölfjährige bekam sein Foto und noch ein Autogramm aufs Fanshirt. Eine Megasache für den Bub.

Abruptes Ende

Keine Frage, dass er begeistert war von dem Star. 14 Jahre später beschreibt Patrick die Situation wie aus der Pistole geschossen: "Messi war übelst sympathisch und schüchtern." Obwohl er mit 18 schon ein Star war, sei Messi mega cool gewesen, und Starallüren habe er überhaupt keine gezeigt. Messi sei eher so richtig auf dem Boden geblieben, erinnert sich der Herzogenauracher. Auch Mama Bockel, die im Hotel bedient hat, habe ihm das bestätigt - Messi hatte nie irgendwelche Sonderwünsche.

Patricks Vater Andreas war zu dieser Zeit Küchendirektor im Herzogspark. Er kann die Aussagen seines Sohnes bestätigen - Ein Star mit Bodenhaftung, meint er. Beeindruckt habe in, wie locker die Argentinier und mit Foto- und Autogrammwünschen umgegangen sind, auch was ihren Jungstar Messi anging, der ja immer gut beschützt wurde. Bei der deutschen Nationalmannschaft sei das schon durchaus schwieriger gewesen, stellt Bockel fest.

Bis zum Viertelfinale dauerte das Fußballmärchen der Argentinier. Dann schieden die Gäste ausgerechnet gegen Deutschland aus. Abrupt endete damals der Aufenthalt in Herzogenaurach - gleichsam über Nacht waren die Stars verschwunden. Und mit ihnen auch Jungtalent Lionel Messi.