Der Schlachtruf "ASV Weiß/Blau" am Ende der Versammlung hätte mit Sicherheit die Feuerwehrsirene übertönt, wegen deren Heulton vorher die außerordentliche Versammlung für kurze Zeit unterbrochen wurde. Während die Weisendorfer Feuerwehr zur Katastrophenübung gerufen wurde, beschäftigten sich ASV-Mitglieder mit dem katastrophalen Zustand des Sandplatzes. So gab es in der letzten Saison 24 Spielabsagen, weil die Schiedsrichter den Platz als "nicht bespielbar" bezeichneten.

Bei jeder Mitgliedersammlung war der Sandplatz ein heiß diskutiertes Thema, das immer wieder vom Vorsitzenden Walter Mayer und Jugendleiter Manfred Schmidt angesprochen wurde.
Besonders Schmidt wies auf die Verletzungsgefahr, Hautabschürfungen und dem hohen Verschleiß an Schuhen, Trikots und Bällen hin.


Verletzungsgefahr

"Wir können die Kinder und Jugendlichen nicht mehr länger diesen Verletzungsgefahren aussetzen", erklärte der Jugendleiter schon im letzten Jahr. So wird der Sandplatz im Sommer steinhart und bei Regen verwandelt er sich in knöcheltiefen Matsch. Schließlich sind die unzureichenden Trainingsmöglichkeiten des Vereins mit seinen 520 Mitgliedern, davon 320 Kinder und Jugendliche in 17 Jugendmannschaften, hinreichend bekannt.
Schmidt überschrieb seinen gut einstündigen Vortrag mit: "Aus Braun wird Grün - Packen wirs an, wie müssen die Spiel- und Trainingsbedingungen für unsere Sportler verbessern". Sollte nichts passieren, malte Schmidt auch eine düstere Zukunft für den Verein, speziell im Jugendbereich: "Das könnte irgendwann das Aus für den Verein bedeuten", erklärte der Jugendleiter.

Denn auf dem Rasenplatz könne nicht bei jeder Witterung trainiert werden, er müsse für die Punktspiele vorgehalten werden. Die Vorstandschaft will mit dem neuen Platz die Zukunft des Vereins sichern.
Nach wochenlanger Vorarbeit präsentierte und erläuterte Manfred Schmidt den 89 erschienenen Mitgliedern das Projekt "Kunstrasen". Der Jugendleiter hatte dazu eine ausführliche Präsentation vorbereitet, in der auch ein Film aus der "Sendung mit der Maus" zu sehen war, nämlich die Entstehung eines Kunstrasens. Das Verlegen eines Kunstrasens wäre kein Problem, Spezialfirmen benötigen dazu rund zwei Monate und alle Probleme wären gelöst.

Dieser Kunstrasenplatz wäre der erste im Landkreis, in Eltersdorf ist ebenfalls ein solcher in der Planung. Aber - es gibt ein Fragezeichen, nämlich die Finanzierung. Die Vorstandschaft hatte dazu ein Modell ausgearbeitet, das Schmidt den Mitgliedern vorstellte. Der Kunstrasenplatz kostet rund 450 000 Euro - eine Summe, die der Verein keinesfalls allein stemmen kann. Nach Abzug von Fördermitteln des BLSV, des Marktes Weisendorf und des Landkreises verbleiben beim Verein immer noch etwa 240 000 Euro. Auch diese Summe hat der Verein nicht und kann es durch Mitgliedsbeiträge nicht erwirtschaften. Also ließ sich die Vorstandschaft ihren Finanzierungsplan absegnen.

Der Platz wird demnach in Parzellen zu je einem Quadratmeter aufgeteilt. Die Mitglieder und Freunde des Vereins, eigentlich alle die den ASV unterstützen wollen, kaufen sich (symbolisch) einen oder mehrere Quadratmeter. Im Spielfeld kostet das 25 Euro und im Strafraum 50 Euro. Der Elfmeter- und der Anstoßpunkt soll jährlich einmal versteigert werden.


Nach der Zusage geht's los

Natürlich sucht der Verein dazu auch Sponsoren und Spender die dann, auf Wunsch, auf einer Sponsorentafel erscheinen.

Weiterhin bietet der Verein eine kostenlose Werbung auf seiner neuen Homepage, Informationsbroschüren, eine Internetpräsenz offener Ausbildungsstellen, Informationsabende und für die Firmen eine Ausbildungsbörse.

"Wenn der BLSV seine Zusage gibt, dann rollen die Bagger", kündete Schmidt an. Die Vorstandschaft hat sich dazu natürlich die Finanzierungszusage eine Bank geben lassen, die durch Bürgschaften abgesichert wird.
Nach kurzer Diskussion ließ Manfred Schmidt abstimmen: Alle 89 Mitglieder stimmten dem Kunstrasenplatz und der Planung der Vorstandschaft zu. "Das ist ein klares Zeichen, ich bin stolz auf unseren ASV", rief Schmidt den Mitgliedern zu und dann ertönte es auter als die Feuerwehrsirene: "ASV Weiß-Blau".