Ein Hauch von Europa wehte bei der "Europa Lounge" durch das Herzogenauracher Vereinshaus, und sogar EVP-Vorsitzender Manfred Weber (CSU) war zugegen und begrüßte am Eingang die Gäste - allerdings nur als lebensgroßer Pappaufsteller.

Weber möchte ja nach der Europawahl Kommissionspräsident werden und dafür braucht er Mehrheiten. Zu diesen wollen ihm die Wahlkämpfer verhelfen, zu denen auch der junge Herzogenauracher Konrad Körner gehört, der auf Platz 11 der Liste kandidiert.

Der JU-Bezirkschef diskutierte am Samstag bei der Veranstaltung zusammen mit dem früheren Verkehrsminister und jetzigen CSU-Landesgruppenchef in Berlin, Alexander Dobrindt, und dem Baiersdorfer Bürgermeister Andreas Galster, Delegierter im Kongress der Gemeinden und Regionen, Europarat Straßburg - natürlich über das Thema Europa.

Eingangs begrüßte Stefan Müller, Parlamentarischer Geschäftsführer der CSU im Bundestag, die Besucher bei "hervorragendem Veranstaltungswetter". Es sei eine außerordentlich wichtige Wahl, bei der Weichen gestellt werden. Wie geht es weiter, wie stellen wir uns als Europäer auf, wie sind die Mehrheiten und wird die neue Kommission besetzt? Das fragte Müller in die Runde.

China steht schon bereit

Die Europäer müssten ihren Beitrag zur Lösung der Problemen in der Welt leisten "Tun wir das nicht, dann springen andere ein, Wettbewerber wie zum Beispiel China." Das habe er bei seinem jüngsten Besuch in Südamerika erfahren. "Die warten nicht unbedingt auf uns", so Müller. Ein großes Lob zollte er dem 27-jährigen Konrad Körner, der einen Wahlkampf führe, als stünde er auf Platz 2 oder 3. In die selbe Kerbe hieb Dobrindt.

Lob für die Jugend Europas

Er lobte die junge Generation, welche die Chancen genutzt habe, "die Generationen vor uns geschaffen haben". So gebe es jetzt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit in Europa und die Verständigung der Menschen untereinander.

Natürlich seien da auch Negativbeispiele, wie die Briten mit dem Brexit. Er respektiere zwar die Entscheidung, "aber mich macht es traurig, dass die junge Generation etwas anderes gewollt hat, sich aber nicht durchsetzen konnte". Man dürfe aber auch nicht hämisch sein wegen des Schadens, der dem Land dadurch entstehen dürfte. Obwohl er, Dobrindt, ein glühender Patriot sei, sei er auch überzeugter Europäer. "Das ist kein Widerspruch."

Galster fragte, "wie geht es denn weiter?". "Gibt es einmal die Vereinigten Staaten von Europa?" Er warnte da vor einem nur "Von-oben-nach-unten". So weit wollte Dobrindt nicht gehen. Er denke da vielmehr an eine Partnerschaft, nicht an eine Union.

Im Verlauf der Diskussion, die von Sabine Hanisch geleitet wurde, wurden noch weitere Themen angesprochen. Galster forderte eine einheitliche Zuwanderungsregelung und ging mit den Lobbyisten scharf ins Gericht: "Die meisten sitzen in Washington, die zweitmeisten in Brüssel."

Körner kam auf die Diesel-Debatte zu sprechen: Er sei eingeführt und subventioniert worden und jetzt werde er verteufelt. Die Debatte wird seiner Meinung nach einseitig geführt. Zum Thema Urheberrechtsreform merkte er an, dass niemand sonst in Europa sich dafür interessiere. Er warnte in diesem Zusammenhang vor Hysterie.

Die Veranstaltung beendete Landtagsabgeordneter Walter Nussel, ehe Antje Körner, CSU-Ortsverbandsvorsitzende, Blumen und kleine Präsente sprechen ließ. Dann ließen sich alle die leckeren Kuchen schmecken, die von den Mitgliedern der Frauen-Union, darunter die neue Kreisvorsitzende Ruthild Schrepfer. gebacken wurden.