Einen Baum zur Geburt eines Kindes pflanzen - diese Tradition kennen viele. In der Gemeinde Heßdorf können die Bürger nun eine Baumpatenschaft übernehmen. Als Geschenk zur Kommunion, für die Enkelkinder, als Familienbaum, zur Geburt, zur Hochzeit oder auch als Gedenken an Verstorbene - ganz unterschiedlich sind laut Bauamt Heßdorf die Anlässe, zu denen Baumpatenschaften übernommen werden.

Aktion Lebensbaum

Die Aktion Lebensbaum wurde von den beiden Heßdorferinnen Petra Jäckel und Petra Bolland vor gut einem halben Jahr ins Leben gerufen. Im Zuge des Ausbaus der Autobahn A 3 wurden etliche Sträucher, Bäume und Hecken abgeholzt. "Uns hat das gestört, dass alles abgeholzt wurde", so Bolland. Beide Frauen wollten mit der Aktion einen Ausgleich schaffen. Daher traten sie an Bürgermeister Horst Rehder (BB) heran und hakten nach, ob die Gemeinde ein Stück Land für ein solches Projekt zur Verfügung stellen könnte. Aktuell ist zwischen Heßdorf und Untermembach ein Freizeitgelände im Entstehen. Diese Fläche stellte die Gemeinde bereit.

Gemeinschaftsfläche für Jung und Alt

Damit startete die Aktion Lebensbaum. Auf der Gemeinschaftsfläche, die für Jung und Alt gedacht ist, sind insgesamt 23 Bäume geplant. Ein Bolzplatz, ein Spielgelände für die Kleinen, eine Seniorenbank mit Fußfahrrad, ein Feuerplatz und noch einiges mehr stehen zum Teil schon.

Interessierte Bürger können sich auf der Homepage der Gemeinde informieren und über ein Formular die Patenschaft für einen Baum übernehmen. Auf einem Plan sind die geplanten Standorte der Bäume und die Baumarten verzeichnet. Die Baumpaten können sich hier ihren Wunschbaum aussuchen.

Eine Patenschaft kann auch für einen halben Baum übernommen und so zum Beispiel mit Nachbarn geteilt werden. Die Patenschaft für einen Baum kostet 160 Euro, entsprechend für einen halben Baum 80 Euro. "Dafür müssen sich die Paten um nichts kümmern,", erläutert Petra Bolland, "der Bauhof übernimmt das Gießen der Bäume." Trotz des Betrages, übernimmt die Gemeinde noch den Großteil der Kosten.

Keine "mickrigen Bäumchen"

Die geplanten Bäume hätten Anwachsgarantie und seien robust, erklärt Bolland und fügt hinzu: "Nicht so mickrige Bäumchen, wie man sie im Baumarkt bekommt." Insgesamt sei die Aktion bisher sehr gut angenommen worden. Gerade über Weihnachten seien einige Bäume verkauft worden, erzählt die Mitbegründerin der Aktion.

Auch das Bauamt bestätigt dies auf Nachfrage. Bereits 15 Bäume sind vergeben. Im südlichen Teil des Geländes suchen noch Traubenkirschen nach Baumpaten. Falls gewünscht, wird später eine Plakette mit kurzem Text am Baum angebracht, zudem können sich die Baumpaten in eine Patenliste eintragen lassen.

Pflanzungen verschoben

Eigentlich sollten die ersten Bäume bereits gepflanzt sein. Doch wegen der extremen Trockenheit im vergangenen Jahr muss die Bepflanzung des Geländes auf das kommende Frühjahr verschoben werden.

Eine Baumpatin erzählt, sie habe sich dafür entschieden bei dem Projekt mitzumachen, "weil ein Baum immer etwas Gutes" sei. Leider würden zu viele abgeholzt und es sollten viel mehr neu gepflanzt werden.

Petra Jäckel und Petra Bolland haben zusammen mit der Gemeinde Heßdorf einen Beitrag zu diesem Wunsch nach mehr Natur geleistet. Die Paten-Bäume werden auf dem Gemeinschaftsgelände viele Jahre lang den Besuchern Schatten spenden und zum Verweilen einladen.