Es war nicht immer selbstverständlich, dass man sich - so wie heute - in den Sommermonaten in die kühlenden Fluten eines Schwimmbads oder Badeweihers stürzen konnte. Von einem besonderen Rechtsfall aus Herzogenaurach bezüglich des Nacktbadens berichten Aufzeichnungen von vor 160 Jahren, festgehalten in den Unterlagen des Stadtarchivs Herzogenaurach. Zu allem Überfluss kam damals auch die Polizei ins Gerede.

Was war passiert? Ein Herr Lippert, "Advokat" (also Rechtsanwalt im heutigen Sinn), beschwerte sich beim "wohllöblichen Stadtmagistrat" über die "freche Herzogenauracher Jugend" und den städtischen Polizeidiener Walz. Hintergrund seiner Beschwerde war die Tatsache, dass sich Lippert im Sommer gerne im kühlen Wasser der Aurach nackend erfrischte, und zwar in einem hölzernen Badehaus unterhalb der Stadtmühle.

Lippert berief sich darauf, dass der Schreinermeister Biermann dieses Haus bei seiner Wiese an der