Es gibt Abschiede, bei denen geweint wird. Es gibt Abschiede, bei denen gelacht wird. Und es gibt Abschiede, die etwas von beidem haben, bei denen quasi mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge "Tschüss" gesagt wird. Die Verabschiedung von drei Frauen an der Grund- und Mittelschule Weisendorf war genau so einer.
Die langjährige Rektorin Ingrid Münnich, ihre Konrektorin Gerda Ebersberger und Lehrerin Maria Walter-Wollenschläger verlassen ihre langjährige Arbeitsstelle. "Aber es nicht nur eine Arbeitsstelle, es ist viel mehr als das: Es ist ein Stück zu Hause", stellte Maria Walter-Wollenschläger (64) klar.
Schulamtsdirektorin Ursula Stach hielt eine Rede - allerdings nicht so eine langweilige, trockene Rede, wie man sie von anderen Veranstaltungen kennt. Nein, sie vergleicht die drei Frauen mit Rosen, die im Weisendorfer Schulbeet große Lücken hinterlassen werden.
"Es sind besondere Menschen, die wir hier verabschieden", sagte sie.
Anschließend richtete Personalratsvorsitzender Günther Dalles ein paar Worte an die scheidenden Kolleginnen - begleitet von Peter Maffays Lied aus Tabaluga "Ich wollte nie erwachsen sein". Darin geht es darum, dass viele mit dem Alter hart wie Stein werden. "Aber nicht so ihr, ihr habt euch immer eine fast kindliche Freude am Unterrichten erhalten und das, obwohl es viele Gründe gegeben hätte, hart wie Stein zu werden", findet Dalles. Er meinte damit die unzähligen Renovierungsprojekte der Schule, die viel Kraft und Nerven kosteten.
Auch die Schüler gaben sich die größte Mühe, damit der Abschied unvergesslich wird. Xuanbo und Xuaniia Hua begeisterten am Klavier und auf der Geige, Anissia Enes und Marcel Hammrich lockerten mit feurigen lateinamerikanischen Tänzen die Atmosphäre auf, und als amüsanten Höhepunkt gab es ein Sockentheater der Klasse 3a.
Maria Walter-Wollenschläger sagte auch ein paar Worte zu ihrer Verabschiedung, und als sie vor Rührung doch ein paar Tränen vergoss, wurde klar, dass der Abschied in den Ruhestand doch nicht so leicht fällt wie gedacht.
Die beiden Schulleiterinnen wurden von ihren Kollegen als absolutes Dreamteam gelobt. "Eine unschlagbare weibliche Doppelspitze hat uns zehn Jahre lang angeführt", freuten sie sich. Und diese Doppelspitze habe sich vor allem durch Aufgeschlossenheit für Neues und Flexibilität ausgezeichnet. Ebersberger und Münnich, beide 62, bedanken sich gerührt bei allen für die Mühe, die sie sich gemacht haben. "Wir verlassen hier nicht wie die Ratten das sinkende Schiff! Nein, wir verlassen ein stolzes Segelschiff, das allen Gegenwinden trotzt", meinte Ingrid Münnich in ihrer Abschiedsrede. Sie dankte vor allem den Eltern für das Vertrauen. "Immerhin haben sie uns das Kostbarste, was sie haben, anvertraut: ihre Kinder."