Wenn ein guter Freund "geht", bleibt große Trauer. Auch falls dieser Freund ein Fell und vier Beine oder bunte Federn hatte. Da hilft es, einen Ort zu haben, wo man dieser Trauer Raum geben und sie ausleben kann.
Im Landkreis Erlangen-Höchstadt kann man seine Haustiere nach deren Tod in der Nähe behalten. Sie dürfen einzeln mindestens einen halben Meter tief im eigenen Garten begraben werden, falls der nicht im Wasserschutz- oder Überschwemmungsgebiet liegt. Direkt neben öffentlichen Wegen und Plätzen darf das Haustier auch nicht vergraben werden.

Egal ist, ob das Tier Federn oder Fell trägt. Nicht ganz egal ist die Größe. Das sagt Susanne Oswald, die Leiterin der Abteilung Veterinärmedizin am Landratsamt. Aber auch bei großen Hunden sei das kein Problem. Sein Pferd darf man allerdings nach Auskunft der Amtstierärztin nicht hinter dem Haus begraben. Genauer kann man die Bestimmungen auf der Homepage des Landratsamts unter Veterinäramt, Aktuelles nachlesen.

Dort erfährt man auch, dass die Alternative ein Kleintierf riedhof wäre. Doch den gibt es im ganzen Landkreis nicht. Das Landratsamt hat keine Fläche dafür ausgewiesen. Von Plänen in dieser Richtung ist Oswald auch nichts bekannt. Von Anträgen eines potenziellen Betreibers ebenfalls nicht.

Wer einen Tierfriedhof sucht, muss immer noch bis Bayreuth oder Nürnberg fahren. Dort finden Miez und Maunz, Rex und Rolfi einen Platz. Mit Grabstein, -inschrift, -umrandung und - bepflanzung ähnelt sie dem, was sich auch der Mensch unter einer würdigen, letzten Ruhestätte vorstellt. Momentan kommt in diese Angelegenheit aber Bewegung. In Bamberg gibt es Bestrebungen, neben dem Tierheim Berganza auf einem städtischen Grundstück einen Tierfriedhof zu errichten.

Noch im Tod gibt es eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Herrchen oder Frauchen: Es ist teuer, würdevoll unter die Erde zu kommen. Auch für Heimtiere hat sich in dieser Beziehung ein eigener, brummender Wirtschaftszweig entwickelt.

Mehrere Tierkrematorien bieten ihre Dienste an. Dort kann man dann sogar sein Pferd verbrennen lassen. Die Preise dafür, den Tierkadaver verbrennen zu lassen, halten sich in Grenzen. Aber die Kosten für die mögliche Ausstattung hinterher sind praktisch nach oben offen.

Im Internet werden für die Beisetzung der Haustiere Urnen angeboten. Dabei reicht die Palette von schlicht und auch gleich kompostierbar bis hin zur edlen Designer-Urne als Einzelanfertigung. Dafür muss Frauchen oder Herrchen dann aber schon auch ein paar Tausender hinblättern.

Eine große Befürworterin eines eigenen Tierfriedhofs im Landkreis Erlangen-Höchstadt ist Tina Nahr. Die Buckenhoferin ist Vorsitzende der Landesgruppe Bayern Nord des Clubs für Britische Hütehunde. "Meine Hunde liegen alle am Nürnberger Tierfriedhof beim Tierheim in der Stadenstraße", sagt sie. "Da kann man seine Tiere hinbringen und ein paar Tage später wird eine kleine Beerdigungszeremonie durchgeführt. Das Tier ist dann in einem hübschen Karton und es gibt ein bisschen Blumenschmuck." Das Grab werde mit Bodendeckern bepflanzt und Tina Nahr kommt mindestens zweimal jährlich vorbei und ergänzt die Bepflanzung. Alle zehn Jahre etwa werden eine neue Umrandung und eine neue Beschriftung der Namenstafel fällig.

Die erfahrene Hundezüchterin würde es sehr begrüßen, wenn im Landkreis Erlangen-Höchstadt ein eigener Tierfriedhof angelegt würde. "Das wäre näher, man käme doch öfter dort vorbei", meint sie. Vor allem für ältere Menschen ohne eigenes Auto wäre es eine deutliche Verbesserung.

Nahr ist selbst aus einem ganz prosaischen Grund auf den Nürnberger Tierfriedhof aufmerksam geworden. Als ihr erster Hund starb, war alles beinhart gefroren und sie konnte daheim im Garten ihrer Schwiegereltern kein Grab für das Tier ausheben. "Da bin ich mit meinem Tier nach Nürnberg gegangen." Da inzwischen mehrere Collies dort auf dem Tierfriedhof liegen, würde Nahr inzwischen auch das Angebot im eigenen Landkreis nicht mehr wahrnehmen. Aber zum Tierfriedhof als letzte Ruhestätte für ihre geliebten Vierbeiner gibt es für Tina Nahr keine Alternative. "Ich würde das immer so machen."

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