Schon während der Busfahrt, nachdem die Delegation aus Franken die österreichische "Grenze" passiert hatte, brachte es der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD) auf den Punkt. Ihm schien, als hätte die Alpenrepublik zum Tag der Deutschen Einheit ihren Gästen einen besonders strahlend blauen Himmel vorbereitet. Die Begriffe Einheit und Freundschaft sollten auch in den folgenden Tagen die Geschehnisse in der Herzogenauracher Partnerstadt Wolfsberg in Kärnten prägen. Gefeiert werden bis zum Sonntag 45 Jahre Partnerschaft zwischen den beiden Städten und ihren Bürgern.

Die Wolfsberger ließen es sich nicht nehmen, dieses doch etwas unrunde Jubiläum mit den Freunden zu begehen. Einen geselligen Höhepunkt sollte am Freitag der Gemeinschaftsabend werden, mit kulturellen Darbietungen aus beiden Städten.
Nicht nur der Bus mit der offiziellen Delegation fand den Weg dorthin, auch die Feuerwehr als einst treibende Kraft der Partnerschaft, der Heimatverein und die Ehemaligen der Stadtjugendkapelle waren angereist. "Halb Herzogenaurach" war da unterwegs, wie es German Hacker (SPD) beim Empfang am Donnerstagabend im Wolfsberger Rathaus feststellte. "Gefühlte 30 Busse" seien zu den Freunden gefahren, wie er schmunzelnd ergänzte.

Zuvor hatte Hans-Peter Schlagholz (SPÖ) als Stadtoberhaupt von Wolfsberg die Gäste begrüßt und den Wert dieser "guten und bewährten und lang erarbeiteten Freundschaft" hervorgehoben. Auf "geschwollene Worte" aber wollte er bewusst verzichten, stattdessen wagte er einen kleinen Exkurs in die weniger offiziellen Aspekte einer langjährigen Bürger-Freundschaft. "Der Pongratz Hansi fährt immer hin und her", sagte der Bürgermeister und ulkte: "Hot der a Freundin?" Aber auch andere, "manche schon jenseits von gut und böse", wie Schlagholz schmunzelte, würden diese Freundschaft seit Jahrzehnten beleben. Abschließend stellte der Gastgeber fest: "Eine gute Städtepartnerschaft ist wie eine Ehe".

In der Delegation befanden sich auch ein paar "alte Hasen".

Karl-Heinz Schalk beispielsweise, der Feuerwehrmann, der zu den Gründern zählte. Oder Altbürgermeister Hans Lang, auch einer, der die "Einheit" zwischen den Städten mit geprägt hat. Wie auch Willi Mehler, der frühere SPD-Stadtrat.

Auch Gerald Fink war mitgereist, der promovierte Musiker und Komponist, der vor fünf Jahren die Wolfsberger Messe geschrieben und bei der damaligen Jubiläumsfeier uraufgeführt hatte. Und seither auch musikalische Kontakte mit den Partnern und der Diözese Klagenfurt pflegt. Diesmal verfolgte er ganz entspannt das Geschehen, wie auch weitere Vereinsvertreter, deren Wege nicht zum ersten Mal zu den Freunden führten.
Beim Empfang hatten die Häupter der beiden Städte ein paar offizielle Gaben vorbereitet. Büchsenwurst vom Galster und Bier vom Heller gehörten da auf Herzogenauracher Seite dazu.

Und Kreisheimatpfleger Manfred Welker hatte ein besonderes Geschenk dabei.

Er hatte im Archiv gekramt und fränkische Blätter aus der Kulturbeilage des FT entdeckt. Sie waren aus dem Jahr 1959 und erinnerten daran, als 200 Jahre zuvor das bis dahin bambergische Wolfsberg "verkauft" wurde. In der Partnerstadt erinnert im Übrigen ein "Bamberghaus" an die Geschichte.

Weitere Berichte über das "anstrengende aber schöne Programm" (Bürgermeister Schlagholz) folgen in unserer Dienstagsausgabe.