Bischwind — Ein volkstümlicher Rock-Orkan fegte durch das kleine Dorf Bischwind und riss alles mit sich. Getragen vom frenetischen Beifall der Zuschauer liefen die „Dorfrocker“ aus Kirchaich zur Höchstform auf. Doch so viel körperlich-musikalischer Einsatz forderte seinen Tribut. Eine Tiefkühlpizza fiel ihnen zum Opfer. Passend zum gleichnamigen Song, versprach Tobias Thomann, dermittlere der drei Brüder, den Fans eine Tiefkühlpizza, die während etwa drei Minuten auf derBühne gebacken werden sollte. Fertig wurde sie ja, soweit man das beurteilen konnte. Aber bevor jemand noch das erste Stück an die hungrigen Bischwinder „Pfiffer“ austeilen konnte, fegte der Jüngste des Trios, Philipp, den Ofen mit Inhalt ungewollt zu Boden. Der Spott der Brüder war dem sympathischen Unterfranken gewiss. Allerdings gab es rund um das Festgelände genügend „Wurstbuden“ und es musste niemand hungern. Die feschen Jungs, die ungemein sympathisch, locker, witzig und ohne Starallüren auftraten, rockten in ihren Lederhosen, was das Zeug hielt.Wo einst die Fußballer ihre Gegner austanzten, wurde geschunkelt und so manches Paar drehte sich eng umschlungen im Takt. Die Stimmung war einfach grandios. Und auch der „Fränkische Tag erhielt für die Wettbewerbs-Idee viel Lob. Beispielsweise von Sarah Dietz vom Orga- Kommitee. Längst schon Gassenhauer Längst kann fast jedes Kind Partyschlager wie den „Vogelbeerbaum“, das „Fliegerlied“ und „ab geht die Luzi“ textsicher mitträllern. Und das durften die Kids auch – und zwarmitten auf der Bühne. „Dorfkind“, nicht nur ein Lied, das auf YouTube mittlerweile etwa 457 000 Mal angeklickt wurde, sondern eine musikalische Philosophie, der sich selbst ein „Städter“ nicht entziehen konnte.Und die Mädchen und Jungs aus Bischwind sammelten nicht nur jede Menge Sympathiepunkte, sondern bewiesen durchaus musikalisches Nachwuchstalent. Und auch die großen „Dorfrocker“ sind stolz auf ihre ländliche Herkunft, was sich oft in ihren Texten widerspiegelt. „Ja dass wir Franken sind“ aus ihrem Album„ Roll den roten Teppich aus“, längst ein Ohrwurm, der direkt unter die Haut geht. „Rock me heut Nacht“, „Mir san mir“ oder „Miss September“ hielten kaum einen Zuschauer auf seinem Platz und dass „Lederhosen sexy sind“, weiß man spätestens seit Gründung des Trios imJahr 2005. Musiker loben alle Helfer Wäre es nicht noch hell draußen gewesen, sowären spätestens bei „Vertrau mir“ zahlreiche Feuerzeuge zum Einsatz gekommen. Die herzergreifende Ballade spülte Wogen der Gefühle direkt in die Herzen der über 2500 Besucher des Open Air-Festivals. „Nur noch Schuhe an“ von Micki Krause inspirierte Philipp zum Öffnen seiner Schnürsenkel und dann erforderte „Matzes Trompetenecho“ körperlichen Einsatz, denn der gefüllte Bierkrug in seiner Hand war im Sekundenschnelle geleert, natürlich unter tosendem Applaus des Publikums. Von echten Freunden sang das lebhafte Trio und spornte dabei besonders die „230 Pfiffer, die es hier gibt“, zum Mitmachen an. Die „Dorfrocker“ lobten Bischwind für Einsatz und Engagement. Das ganze Dorf sei auf den Beinen gewesen und hätte dabei eine unglaubliche Leistung vollbracht. Nach einigen Zugaben verabschiedete sich das erfolgreiche Trio nach zweieinhalb Stunden von der Bühne, mischte sich unters Publikum und machten Platz für die DJ-Night. Wie immer, waren auch zahlreiche Fanclubs nachgereist. So zum Beispiel der „Mir san mir“- Fanclub aus Kirchaich, das beim inFranken.de-Wettbewerb auf den 5. Platz kam. „Aber wir gönnen den Bischwindern ihr Fest von Herzen“, bekräftigte der Vorsitzende Edi Bäuerlein. Auf die Frage, was sie denn an den Dorfrockern am meisten schätzten, kam die Antwort unisono und wie aus der Pistole geschossen: „Gute Musik, gute Texte und vor allem auf Deutsch, so dass jeder sie verstehen kann.“ Jemand, der nicht viel Zeit hatte, sich auf Musik und Texte zu konzentrieren,war Helfer Sebastian Kuhn aus Pfarrweisach. Er unterstützte bei der Einrichtung eines Fundbüros ebenso, wie bei der Technik oder beim Ausschank. „Ich bin überall da, wo eine helfende Hand gebraucht wird,“ erklärte er und auch er war sichtlich stolz darauf, dass man dieses Event in kürzester Zeit förmlich „aus dem Boden gestampft habe.“