Gleich zwei "Ernes-Dinos" sind am Freitag am in den Ruhestand verabschiedet worden: Wolfgang Matthe war 38 Jahre und sechs Monate am Gymnasium Ernestinum tätig, Klaus Mischke immerhin 34 Jahre und sechs Monate. Schulleiter Bernd Jakob würdigte das Wirken der beiden Pädagogen, die über Jahrzehnte in verantwortlicher Position das Schulleben des Gymnasiums geprägt hätten, wie es in einer Pressemitteilung der Schule heißt.

"Sie haben in Ihrer Zeit am Ernestinum viele außergewöhnliche Leistungen erbracht", sagte Jakob zunächst in Richtung Wolfgang Matthe und nannte als Beispiele seine "von ruhiger Gelassenheit geprägte, stets zuverlässige Organisationstätigkeit im Direktorat", die von ihm erstellte wissenschaftliche Festschrift zum Schuljubiläum und seine Verdienste um die internationalen Beziehungen der Schule. Durch die Initiierung und die Organisation vieler Schüleraustauschmaßnahmen, in EU-Projekten und durch die mehrmalige Teilnahme am internationalen Jugendtreffen "Jeunes du monde" mit Schülergruppen des Ernestinums habe er das im Leitbild der Schule enthaltene Motto "Weltoffenheit vermitteln" auf beste Weise realisiert. Ebenso würdigte Jakob die "höchst beeindruckenden Fachkenntnisse" von Matthe, der in den Fächern Deutsch und Französisch unterrichtete.

Nach dem Abitur am Gymnasium Casimirianum studierte Wolfgang Matthe Germanistik und Romanistik. Nach dem Referendariat am Dürer-Gymnasium Nürnberg kam er im September 1980 ans Ernestinum. 1997 wurde er zum Mitarbeiter in der Schulleitung berufen, die Beförderung zum Studiendirektor erfolgte dann im Mai 2003.

Klaus Mischke bezeichnete der Schulleiter in seiner Laudatio als einen "vielseitig interessierten, gebildeten Menschen", der Bildung im "rechten Sinne" verstehe nicht als etwas, das man irgendwann erwerbe und anschließend besitze, sondern als eine "Haltung, die Welt stets noch weiter zu durchdringen". Als Lehrer sei Mischke stets einer gewesen, der mit leisen Tönen auftrat und der gerade dadurch seine pädagogische Wirkung entfaltet habe. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Lehrerpreis in der Kategorie "Unterricht innovativ" im Jahr 2015 sei eine verdiente Anerkennung seiner Leistungen gewesen, lobte Jakob.

Klaus Mischke legte 1975 sein Abitur am Arnold-Gymnasium Neustadt ab und studierte anschließend Germanistik und Anglistik. Nach dem Referendariat in Fürth sowie nach kurzen Stationen in Deggendorf und Freising kam er im September 1994 ans Gymnasium Ernestinum. Von 1988 bis 1993 absolvierte er berufsbegleitend ein Philosophiestudium an der Universität Bamberg. Im September 2001 übernahm er die zweite Fachbetreuung Englisch am Ernestinum, im Februar 2013 wurde er zum Studiendirektor ernannt. Bis zuletzt unterrichtete Mischke die Fächer Deutsch, Englisch und Ethik.