Mit ordentlich Tempo jagt Efe (9) auf die Autoreifen zu. Flink springt er von einem zum nächsten, hüpft über die Holzscheiben im Sand und klettert zum Schluss unter einem Biertisch hindurch.

Der Ninja-Parcours macht ihm am meisten Spaß, sagt der 9-Jährige. Er ist mit seinem Papa Muhamer Nacak (47) bereits den ganzen Tag auf dem Sportplatz des TV 48. "Efe ist unser kleiner fleißiger Helfer", sagt Astrid Hess die Vorsitzende des Vereins TV 48. Auf dem Gelände des Sportvereins konnten die Kinder gestern zum europäischen Kindertag verschiedene Sportarten ausprobieren. Knapp hundert Kinder waren über den Tag verteilt da. Neben Kinderturnen und Geräteturnen wurden auch neue Trendsportarten, wie ein Ninja Warrior-Parcours oder Hobby Horsing angeboten.

An dem Hindernislauf mit Steckenpferd haben besonders die 7-jährigen Freundinnen Leni und Elina Spaß. Auf ihren beiden Plüsch-Pferde, "Sternchen" und "Sani", springen sie über die Hürden auf dem Platz. "Ich finde es schön, mal wieder was mit meinen Freunden machen zu können", erzählt Leni. "Den Kindern hat der Spaß gefehlt", sagt auch Muhammer Nacak, der als Übungsleiter die Ninja Warriors betreut. Etwas, das auch Hess bestätigen kann: "Wir bekommen so viel Feedback, wie dankbar die Menschen sind, dass es Angebote gibt. Die Kinder haben sehr unter der Pandemie gelitten." Auch Jürgen Rückert, Kreisvorsitzender des Bayerischen Landessportverbandes sieht das Problem: "Es gibt zwar vereinzelt digitale Angebote, aber besonders Kinder und Jugendliche haben keine Lust, sich nach dem Online-Unterricht weiter vor den Computer zu setzen."

Schwere Zeiten für Vereine

Doch nicht nur die Kinder leiden unter der Pandemie, auch viele der Sportvereine hätten zu knabbern. "Die Fördergelder sind von den Mitgliederzahlen abhängig. Und dann sind auch Aktionen wie Sportfeste ausgefallen. Finanziell stützen sich viele Vereine so aktuell nur auf die Mitgliederbeiträge und das ist ziemlich eng", sagt Rückert. Er sei froh, dass es jetzt wieder aufwärts geht. Und der TV 48 geht mit gutem Beispiel voran. "Wir waren immer präsent zum Beispiel mit ,Coburg hüpft‘, deshalb haben wir auch keine Mitglieder verloren, sondern gewonnen", sagt Hess. Auch das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern - Hula Hoop! js