Eine erfreuliche Nachricht für das Awo-Mehrgenerationenhaus Coburg, dem Treff am Bürglaßschlösschen, hatte die Coburger SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld bei ihrem Besuch der Coburger Einrichtung parat: Mit dem Kabinettsbeschluss zum Bundeshaushalt 2016 und zum Finanzplan 2015 bis 2019 ist es gelungen, die Finanzierung der Mehrgenerationenhäuser sicherzustellen. Einziger Vorbehalt sei noch die Verabschiedung des Bundeshaushalts 2016 im Deutschen Bundestag.

Neuen Förderantrag stellen

Das Awo-Mehrgenerationenhaus (MGH) mit Liane Blietzsch an der Spitze hatte die SPD-Abgeordnete aufgrund ihrer großen Unterstützung bei der Finanzierung der Einrichtung eingeladen.
Das MGH der Awo in Coburg war zunächst in dem Bundesprogramm zur Förderung der Mehrgenerationenhäuser, fiel dann aber wegen des für 2015 nicht rechtzeitig verabschiedeten Haushalts der Stadt Coburg aus der Förderung.
"Jetzt nachdem das Bundeskabinett beschlossen hat, das Förderprogramm 2016 fortzusetzen, kann die Awo Coburg einen neuen Förderantrag für 2016 stellen", stellte Biedefeld erfreut fest. Ohne die Förderung aus dem Bundesprogramm 2015 war die Finanzierung so manchen Angebots des MGH gar nicht oder nur mit Mühe zu stemmen. Ganz konkret betrifft es zum Beispiel den Mittagstisch, der nur noch bis Ende 2015 finanziell gesichert sei, berichtete Liane Blietzsch.
"Für den Mittagstisch schlagen hauptsächlich die Personalkosten, die zwischen 8000 und
10 000 Euro liegen, zu Buche, dabei wird dieses Angebot sehr gut angenommen", erklärt Birgit Schober beim Besuch der Abgeordneten. Jährlich sind rund 5500 Mittagsgäste zu verzeichnen. Da viele Senioren nur Mindestrente erhalten, könnten sie sich das Essen bei einer Preiserhöhung nicht mehr leisten. Um Kosten einzusparen, würden verschiedene Alternativen diskutiert. Allerdings sei es nicht möglich, dieses Angebot ausschließlich über ehrenamtliche Kräfte aufrecht zu erhalten. Ebenso wenig könnte selbst gekocht werden, weil das Haus dafür nicht ausgerichtet sei. Der Mittagstisch werde von der Kantine der Firma Waldrich beliefert und auch dankenswerter Weise gesponsert.
Dass die Stadt Coburg die Arbeit des MGH der Awo mit seinem enorm vielfältigen Angebot sehr zu schätzen weiß, betonte Dritter Bürgermeister Thomas Nowak. "Wir fördern dieses Haus mit 90 Prozent, gedeckelt auf 125 000 Euro jährlich". Nachdem die Einrichtung aus allen Nähten platze, das Bürglaßschlösschen selbst auch schon mitgenutzt werde, mache man sich Gedanken über eine quartiersbezogene Seniorenarbeit. "Wo es Angebote der Jugendarbeit in den Stadtteilen gibt, da kann auch Seniorenarbeit gemacht werden", ist sich Nowak sicher und nennt Dezentralität sowie Barrierefreiheit als Vorteile. Auch der Awo-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken stelle Gelder für das Haus zur Verfügung. Nur so sei das sehr vielschichtige Angebot überhaupt zu finanzieren.

330 Ehrenamtliche

"Ohne unsere 330 Ehrenamtlichen wäre ein solches Angebot überhaupt nicht möglich", ist sich Leiterin Liana Blietzsch sicher. Immerhin haben im letzten Jahr fast 31 000 Menschen das MGH besucht. Bei einem Rundgang durch das Haus konnte sich Susann Biedefeld selbst ein Bild machen und zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl an Angeboten, dem überaus großen ehrenamtlichen Engagement und dem Ideenreichtum. Interessant für die Abgeordnete war auch die Gesprächsrunde mit Ehrenamtlichen. Sie berichteten, dass diese Aufgaben für sie keine Belastung, sondern Freude und Abwechslung zugleich seien. red