Die fränkischen Lande sind Rückert-Land. Wer an Friedrich Rückert denkt, der denkt in Franken unweigerlich an Coburg, wo er auf seinem Gut in Neuses lange Jahre lebte und 1866 starb. Aber nicht nur in Schweinfurt, wo er 1788 geboren wurde, und in Erlangen, wo er immerhin 15 Jahre lange Professor an der Friedrich-Alexander-Universität war, wird noch heute an ihn erinnert. Auch in Neustadt ist Rückert bis heute präsent - durch den Namen einer Straße, die nach ihm benannt wurde.

1901 benannt

Die Rückertstraße in Neustadt ist auf den ersten Blick sicherlich nicht die prominenteste Straße in der Puppenstadt. Fast ein wenig versteckt gelegen jenseits der Bahnlinie, verläuft die Rückertstraße parallel zum Bahnhof gegenüber dem ehemaligen Hausser-Werk. Die Straße führt zum einstigen Güterbahnhof Neustadts.

Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs standen am vorderen Teil der Straße noch zwei Häuser. Durch Kriegseinwirkungen in den Apriltagen des Jahres 1945 aber wurden sie vernichtet, die Ruinen später abgerissen. Am Beginn der Rückertstraße von der Eisfelder Straße aus gesehen befindet sich heute eine Filiale einer Drogeriemarkt-Kette.

Friedrich Rückert, am 16. Mai 1788 in Schweinfurt geboren, hatte eine enge Beziehung zum Coburger Land - besonders bekanntlich zu Neuses bei Coburg, wo er auf seinem Gut seit 1848 bis zu seinem Tod am 31. Januar 1866 lebte. Zusammen mit seiner Frau Luise liegt er auf dem Friedhof von Neuses beerdigt.

Rückert hatte sich als Dichter mit vielen lyrischen Werken, aber auch mit seinen erschütternden Kindertotenliedern ebenso einen Namen gemacht wie als Übersetzer und Gelehrter. Bis heute zählt er zu den meistvertonten deutschen Dichtern - von Franz Schubert ("Du bist die Ruh") über Robert Schumann ("Du meine Seele, du mein Herz") bis zu Gustav Mahler (Rückert-Lieder, Kindertotenlieder).

Die Stadt Neustadt würdigte Rückert 35 Jahre nach seinem Tod mit der Benennung einer Straße im Jahr 1901.jb

Hintergrund

Geschichte Die Serie "Neustadts Straßennamen" beleuchtet am Beispiel wichtiger Personen verschiedene Aspekte in der Entwicklung der Bayerischen Puppenstadt. Den Anfang machte Neustadts Ehrenbürger Max Oscar Arnold. Weitere Folgen waren bereits der Ernststraße sowie der Georg-Langbein-Straße gewidmet.red