Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer zu Coburg (IHK).

Der IHK-Konjunkturklimaindikator stieg im vierten Quartal 2013 wieder auf erfreuliche 128 Punkte. Auch die Ertragslage der Unternehmen hat sich in den zurückliegenden Monaten positiv entwickelt. Über ein Fünftel der Befragten meldet gestiegene Erträge. Gleichzeitig stieg die Auslastung der Produktionskapazitäten. 87 Prozent der Betriebe sind gegenwärtig voll beziehungsweise befriedigend ausgelastet.

Nicht nur die Binnennachfrage hat laut IHK-Mitteilung angezogen, auch das Auslandsgeschäft und hier insbesondere die Geschäfte mit den USA haben sich positiv entwickelt.
Größte Risikofaktoren für die regionale Wirtschaft sind auch Anfang 2014 steigende Energie- und Rohstoffpreise (56 Prozent), die Inlandsnachfrage (55 Prozent) sowie die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (44 Prozent). Die Arbeitskosten und der Fachkräftemangel betrachten ein Drittel der Unternehmen als Konjunkturrisiko.

Ein Blick in einzelne Branchen:


Industrie

In der Industrie ist eine Mehrheit der Unternehmen mit der aktuellen Situation zufrieden. 44 Prozent der Befragten bezeichnen die Geschäftslage als gut, jeder zehnte Betrieb ist nicht zufrieden. Einer der Gründe für die erfreuliche Lage ist die positive Auftragsentwicklung in den vergangenen Monaten, die aus gestiegenen Umsätzen im Inland und einem verbesserten USA-Geschäft resultierte. Die Produktionskapazitäten waren bei 85 Prozent der
Industriebetriebe voll bzw. befriedigend ausgelastet. Die Erträge haben sich aufgrund des gestiegenen Kostendrucks bei der Energie- und Materialbeschaffung nur moderat nach oben entwickelt.


Automobilzulieferer

Das Stimmungsbild bei den regionalen Automobilzulieferern ist erfreulich. Nahezu alle befragten Unternehmen (96 Prozent) berichten von guten oder befriedigenden Geschäften. Entsprechend positiv ist die Kapazitätsauslastung in den Betrieben. Nur 8 Prozent der befragten Branchenvertreter sind mit der aktuellen Auslastung unzufrieden. Nachdenklich stimmt die Beurteilung der aktuellen Kostensituation. Über 79 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Kosten. Die Kosten für die Energie- und Materialbeschaffung schlagen dabei besonders zu Buche. Die Ertragslage hat sich infolgedessen bei über 30 Prozent der Automobilzulieferer weiter verschlechtert. Der Blick in die Zukunft fällt weitestgehend optimistisch aus. Nur 8 Prozent rechnen mit einer
Verschlechterung der Geschäftsperformance im Jahresverlauf. Über 30 Prozent der Unternehmen gehen von Umsatzzuwächsen auf den Auslandsmärkten und hier vor allem in den EU-Staaten aus. Auch im Inland wird mit einem Auftragsplus gerechnet.


Maschinenbau


Im Hinblick auf die aktuelle Geschäftslage zeigt der regionale Maschinenbau ein uneinheitliches Bild. Während 40 Prozent (+15 Prozentpunkte zur Vorumfrage) der befragten Branchenvertreter von guten Geschäften berichten, sind dennoch ein Fünftel (+20 Prozentpunkte zur Vorumfrage) mit der aktuellen Lage nicht zufrieden. Das Auftragsvolumen ist aber im letzten Quartal wieder angestiegen. Die Zahl der Unternehmen, die von gesunkenem Auftragsvolumen berichten, hat sich seit Herbst 2013 halbiert (aktuell 40 Prozent). Vier von zehn Unternehmen rechnen deshalb mit einer besseren Auslastung der Produktionskapazitäten in den Folgemonaten. Die Zukunftsaussichten werden von 60 Prozent der befragten Betriebe positiv beurteilt. Kein Unternehmen rechnet mit schlechteren Geschäften. Die Branche rechnet insbesondere mit Umsatzsteigerungen auf den europäischen Märkten (40 Prozent) und in Nordamerika (75 Prozent). Der regionale Maschinenbau leidet wie das gesamte produzierende Gewerbe unter dem hohen Kostendruck durch gestiegene Energie- und Rohstoffpreise. Die Ertragslage hat sich folglich bei 40 Prozent der Branchenvertreter verschlechtert. Im Hinblick auf die positiven Zukunftsperspektiven planen ein Fünftel der Maschinenbauer Personal aufzustocken.


Polstermöbelindustrie


Die Lagebeurteilung der Polstermöbelhersteller hat sich seit Herbst 2013 geringfügig verbessert. Zeigten sich damals noch ein Viertel der befragten Branchenvertreter mit der gegenwärtigen Geschäftslage unzufrieden, sind es aktuell nur noch 15 Prozent. (-10 Prozentpunkte)

Bei 14 Prozent der Möbler ist das Auftragsvolumen im letzten Quartal gestiegen (+14 Prozentpunkte). 21 Prozent der Unternehmen berichten von gestiegenen Inlandsumsätzen, bei 10 Prozent der Hersteller hat das Exportgeschäft angezogen. Die Kapazitätsauslastung in der Branche hat sich gemäß der Auftragsentwicklung leicht verbessert. Waren im Herbst noch 40 Prozent der befragten Betriebe unzureichend ausgelastet, berichten derzeit nur noch 21 Prozent von freien Produktionskapazitäten. Zwei Drittel der Möbelhersteller ist konfrontiert mit erhöhtem Kostendruck, was sich bei der Hälfte der befragten Branchenvertreter im abgelaufenen Quartal negativ auf die Ertragssituation ausgewirkt hat. Erfreulicherweise lassen sich die regionalen Möbler wenig von der Flaute am Möbelmarkt beeindrucken und blicken mit Optimismus sin die Zukunft. Kein Unternehmen rechnet mit schlechteren Geschäften im Jahresverlauf.


Dienstleistung


Die bereits gute Geschäftslage der Dienstleister im IHK-Bezirk hat sich seit vergangenen Herbst weiter verbessert. Über die Hälfte der befragten Unternehmen bezeichnet ihre aktuelle Lage als gut, kein Betrieb ist unzufrieden. Mehr als jeder zweite Betrieb berichtet von gestiegenen Umsätzen in den zurückliegenden sechs Monaten. Die Ertragslage hat sich bei einem Drittel der befragten Branchenvertreter im letzten Quartal verbessert (+16
Prozentpunkte zur Vorumfrage). Im regional starken Finanz- und Versicherungsgewerbe ist die Lage unverändert positiv. Kein Unternehmen ist unzufrieden mit den laufenden Geschäften. Allerdings verzeichnen ein Viertel
der befragten Unternehmen Umsatzeinbußen. Auch das regionale Kreditgewerbe erfreut sich konstant guter Geschäfte. Kein Unternehmen ist mit der aktuellen Lage unzufrieden. Die Branche blickt insgesamt optimistisch auf die Folgemonate. Über ein Drittel der befragten Unternehmen rechnet mit einer Umsatzsteigerung im ersten Quartal. 80 Prozent der befragten Branchenvertreter geht von steigenden Auslandsumsätzen aus.


Handel


Die Lage im regionalen Handel hat sich im Vergleich zum Herbst wenig verändert. Ein gutes Drittel der Unternehmen melden gut laufende Geschäfte, nur eines von zehn Unternehmen ist unzufrieden. 40 Prozent der Händler melden Umsatzrückgänge. Die Erträge sind aufgrund des hohen Kostendrucks bei 30 Prozent der Betriebe rückläufig. Der Blick auf die Folgemonate fällt bei allen befragten Handelsbetrieben optimistisch aus. 46 Prozent gehen von steigenden Umsätzen aus, die restlichen 54 Prozent rechnen mit gleichbleibenden Geschäften. Im regionalen Großhandel laufen die Geschäfte gut. Über 90 Prozent der befragten Unternehmen berichten von guten bzw. befriedigenden Geschäften. Aber auch hier haben sich Umsatz- sowie Ertragslage bei rund 40 Prozent der Betriebe verschlechtert. Die Zukunftsaussichten werden deutlicher positiver eingeschätzt als noch im Herbst 2013. Ein Drittel (+28 Prozentpunkte zur Vorumfrage) gehen von besseren Geschäften im Jahresverlauf
aus. Im Einzelhandel laufen die Geschäfte besser als noch zur Vorumfrage. Nur 14 Prozent der befragten Einzelhändler sind mit der aktuellen Geschäftslage unzufrieden (-13 Prozentpunkte zur Vorumfrage). Infolge ist der Warenbestand beim Großteil der Betriebe (71 Prozent) saisonüblich. Die Erträge haben sich entsprechend positiv entwickelt. 31 Prozent verzeichnen eine Verbesserung der Ertragslage im Vergleich zur Herbstumfrage.


Tourismus


Die regionale Tourismuswirtschaft berichtet insgesamt von einer Lageverbesserung. Rund 38 Prozent bezeichnen den Geschäftsverlauf als gut, während lediglich 8 Prozent ihre momentane Situation als schlecht bewerten.
Insgesamt berichten über 80 Prozent der Betriebe von gestiegenen oder konstanten Umsätzen. Erfreuliche 43 Prozent der Branchenvertreter waren im letzten Quartal voll ausgelastet. Die Gewinne sind bei 16 Prozent im Vergleich zur Herbstumfrage gestiegen. Auf die kommende Frühjahrssaison blickt die Branche verhalten optimistisch. Jeder fünfte Betrieb geht von einer verbesserten Lage aus, nur 4 Prozent von einer Verschlechterung. Die Hoteliers und Gastwirte setzen sowohl auf Umsätze mit Urlaubsgästen als auch mit Geschäftsreisenden. Die Mehrheit der Betriebe (90 Prozent) rechnet mit konstanter Auslastung.