"Entwicklung einer Trendsportart", so lautete die Aufgabe eines P-Seminars am Gymnasium Casimirianum. "Schauen wir mal, ob Tribal wirklich eine wird", sagt Seminarleiter Christoph Dittrich. Tribal heißt nämlich das Ergebnis des Seminars, ein Spiel, das sich die insgesamt 15 Teilnehmenden gemeinsam ausdachten. Gestern präsentierten sie es Sportlehrern aus Coburg und etlichen anderen Landkreisen, indem sie zunächst die Spielregeln erklärten, anschließend eine 10. Klasse als Demo-Spieler aufs Spielfeld schickten und es letztlich die Sportlehrer selbst ausprobieren ließen. "Wir können heute sogar einen Weltmeister ausmachen, weil das Spiel ja noch so neu ist", fügt Dittrich schmunzelnd hinzu.

"Am Anfang stand eine Menge Brainstorming. Wir wollten mit der Anzahl der Mitspieler, der Teams und der Spielfeldform variieren.
Außerdem sollte die Ausrüstung nicht zu teuer und möglichst an jeder Schule vorhanden sein", erklärt Gunnar Flessa, einer der Seminarteilnehmer. Alle gemeinsam entwickelten in der Gruppe Ideen und probierten diese dann meist auf dem Sportplatz am Anger aus. Als Tribal schließlich ausgearbeitet war, gingen die Zwölftklässler in den Sportunterricht jeder Klasse an ihrer Schule und probierten das Spiel mit den Kindern und Jugendlichen aus. "Das Spiel ist eigentlich für jede Altersklasse geeignet. Die Jüngsten stürzten sich zwar am Anfang auf den Ball, ohne so recht zu wissen, was sie eigentlich damit machen müssen. Aber als sie es dann verstanden hatten, machte es ihnen viel Spaß", erzählt Lisa Vogel aus dem Seminar.

Was ist eigentlich das Besondere an dem Spiel? Tribal wird auf einem dreieckigen Spielfeld gespielt, die Anzahl der Spieler ist variabel. Verwendet werden insgesamt sechs Fußbälle und ein Football, der sogenannte "Magicball". Außerdem trägt jeder Feldspieler einen Gürtel mit zwei Bändern, die ihm von den Wächtern der jeweils gegnerischen Mannschaft abgerissen werden können. Das Ziel besteht dann darin, drei Bälle und den Magicball auf teameigene Male zu bringen, womit das Spiel auch endet.


In jeder Klassenstufe

Worauf es beim Spielen ankommt, das sind vor allem Geschwindigkeit, Geschick und Taktik. "Das Knifflige daran ist die Schnelligkeit und dass man den Überblick über das ganze Spiel behalten muss. Aber das kann wirklich jeder spielen, der teamfähig ist. Alleine schafft das nämlich der beste Spieler nicht", sagt Lisa Vogel.
Auch Margrit Dinkel, Sportlehrerin am Alexandrinum Coburg, ist sicher, dass das Spiel in jeder Klassenstufe funktioniert. "Man braucht wahrscheinlich eine gewisse Phase, bis man es erklärt hat und es auch alle verstanden haben. Aber nach zwei- bis dreimal klappt das ganz bestimmt", erläutert sie.

Was neben der Spieleranzahl auch variieren kann, das ist die Spieldauer. "Am Anfang waren manche Spiele schon nach 30 Sekunden vorbei. Je besser die Mannschaft, desto länger kann's eben dauern", erklärt Luise Leis. Am Ende muss nun jeder der Seminarteilnehmer ein Portfolio erstellen. Lisa Vogel hofft, dass sich Tribal an Coburger Schulen durchsetzen wird und dass vielleicht auch mal ein Turnier in Coburg stattfinden wird.
Natascha Schwesinger