Kaltenbrunn — In der Diskussion über die Nutzung von freien Flächen zum Bau von großen Windkraftanlagen läuft im südlichen Landkreis alles auf eine gemeinsame Lösung der benachbarten Gemeinden Itzgrund, Seßlach und Großheirath hinaus. In seiner Sitzung am Donnerstag sah der Itzgrund-Gemeinderat zumindest das "geringste Konfliktpotenzial", wenn der - auch von den anderen Gemeinde favorisierte - Kompromissvorschlag verwirklicht werden sollte.
Für die kommunale Stellungnahme zur im Regionalplan für Oberfranken-West vorgeschlagenen Nutzung der Windenergie lagen dem Gremium vier Varianten vor: Püchitz-Süd, Kaltenbrunn-Süd, Messenfeld- West und die "Konzentrations-Fläche" zur gemeinsamen Nutzung durch drei Anlieger-Gemeinden.
Bürgermeister Werner Thomas (SPD) erläuterte die von der Verwaltung zu jeder einzelnen Variante erarbeiteten Stellungnahmen. Schwerwiegende Konfliktpotenziale waren dabei der Bodenverlust, die Probleme bei der Verkehrserschließung sowie nicht zuletzt die Auswirkungen auf Fremdenverkehr und landschaftliche Schönheiten. So fielen Messenfeld-West, Püchitz-Süd und Kaltenbrunn-Süd in der Bewertung relativ schnell durch.

Entschiedener Widerstand


Die im Regionalplan vorgeschlagene Fläche Kaltenbrunn-Süd wurde in der Stellungnahme sogar "mit aller Entschiedenheit" abgelehnt. Sollten dort Windkraftanlagen gebaut werden, wäre dies ein gravierender Einschnitt in die kommunal Bauleitplanung und somit Grundlage dafür, auch Schadensersatzansprüche anzumelden.
In der Aussprache kristallisierte sich die ebenfalls ausgewiesene Vorrangfläche im "Gehrenholz" bei Welsberg als Favorit heraus. Dort rechnet die Gemeinde in Abstimmung mit den Nachbarkommunen mit einer höheren Akzeptanz, weil man die Bevölkerung gut in den Planungsentwurf einbinden könne. Und sowieso würde eine Konzentration von Windkraftanlagen der "Zerspargelung" der Landschaft im Itzgrund entgegen wirken.

Kein Zuschuss, aber ein Kredit


Aktuell wird jetzt ein Antrag der Rot-Kreuz-Bereitschaft Itzgrund-Scherneck auf finanzielle Unterstützung bei der Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges. Das momentane Einsatz-Fahrzeug hat bereits 210 000 Kilometer zurückgelegt, wodurch die laufenden Reparaturkosten in keinem Verhältnis mehr zum Nutzwert des Fahrzeuges stehen. Der Schernecker Bereitschaftsleiter Markus Geiger und Kreisbereitschaftsleiter Udo Hoppe empfahlen deshalb, einen Kastenwagen als Neufahrzeug (Wert: 23 800 Euro) anzuschaffen.

4300 Euro Bereitschafts-Anteil


Um die Kosten aufzubringen, kam vom Gemeinderat Untersiemau die Anregung (und der Beschluss), das Fahrzeug mit zwei Euro je Einwohner der beteiligten Kommunen zu bezuschussen. Bei 9741 Personen in Untersiemau, Großheirath, Triebsdorf, Schafhof, Wohlbach und im Itzgrund käme so ein Zuschussbetrag von 19 482 Euro zusammen. Die von der BRK-Bereitschaft aufzubringenden Eigenmittel würden sich demnach auf 4300 Euro belaufen.
Bürgermeister Werner Thomas zeigte jedoch wenig Begeisterung, diesen von anderen Gemeinden beschrittenen Weg mitgehen zu wollen. Schon 2009 habe der Itzgrund die Vergabe von Zuschüssen für Jugendgruppen und Vereine spürbar abgespeckt. "Diese Regelung für das BRK zu durchbrechen, wäre nicht angemessen", sagte Thomas. Alleine schon deshalb, weil sich auch das Rote Kreuz über kommerzielle Einnahmen finanziere.
Der Vorschlag des Bürgermeisters, anstelle eines Zuschusses ein zinsloses Darlehen zu gewähren, folgte der Gemeinderat nach längerer Aussprache mit elf Ja- und vier Nein-Stimmen folgen. Die Höhe des Darlehens werde die Gemeinde in weiteren Gesprächen mit dem BRK festlegen. qrte