Die Regeln unserer Serie "Jeder gegen jeden" zur Bundestagswahl am 24. September im Wahlkreis Coburg/Kronach sind denkbar einfach: Jeder Kandidat darf jedem anderen Kandidaten eine Frage stellen. Nach der Antwort des Befragten hat der Fragesteller noch die Möglichkeit, darauf zu reagieren. Heute will Michael Eckstein (Grüne) etwas von René Hähnlein (Linke) wissen.

Michael Eckstein: Wie stellen Sie den Klimaschutz sicher, durch Senkung des CO 2 -Ausstoßes, ohne Ausbau der erneuerbaren Energien?

René Hähnlein: Die Linke möchte den Klimaschutz und die Senkung des CO-Ausstoßes sicherstellen u.a. durch den Ausbau der erneuerbaren Energien. Für fossile Energieträger wie Kohle, Mineralöl, Erdgas und Uran gilt: Verbrannt ist verbrannt. Sie wachsen nicht nach, sie hinterlassen klima-, umwelt- und gesundheitsschädliche Abgase oder gefährliche Strahlenfrachten und sind Ursache von Konflikten und sozialer Ungerechtigkeit. Die Energiewende hin zu einer vorrangig dezentral und regional erfolgenden Vollversorgung mit erneuerbaren Energien bei deutlich sparsamerem und effizienterem Umgang mit Energie ist deshalb nicht nur im Kampf gegen den Klimawandel alternativlos.
Für Die Linke gilt deshalb: Efficiency first! Denn nur wenn alle Potenziale zum Einsparen von Energie ausgeschöpft werden, haben wir mit 100 Prozent Erneuerbaren überhaupt eine Chance, Versorgungssicherheit und Klimaschutz zu verbinden. Ein weiterhin auf ungebremstes Wachstum ausgerichtetes Wirtschaften und Konsumieren stößt somit an Grenzen.
Wir verteidigen das EEG in seinen zentralen Säulen: Vorrangige Einspeisung von Ökostrom sowie garantierte, kostenorientierte Vergütungssätze. Das mit den letzten beiden EEG-Novellen installierte Ausschreibungssystem lehnt Die Linke hingegen ab, weil es Bürgerenergien ausbremst und mit seinen Ausbaudeckeln die Energiewende abbremst. Gleichzeitig wollen wir Anreize im EEG dafür schaffen, dass Anlagen erneuerbarer Energien einen größeren Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung leisten.
Gefordert ist aber auch die Branche der erneuerbaren Energien: tarifliche Entlohnung, gewerkschaftliche Rechte und "Gute Arbeit" müssen selbstverständlich sein. Aus Sicht der Linken müssen öffentliche Fördergelder an die Einhaltung dieser Standards gebunden werden.

Michael Eckstein: Klimaschutz nicht nur von der Versorgungssicherheit oder dem Strompreis her denken, sondern als Frage von sozialer Gerechtigkeit und Verantwortung - prima. Dazu ist ein Ausstieg aus der Kohleverbrennung notwendig, allerdings deutlich schneller, als von der Linken gefordert, denn 2050 ist ganz klar zu spät: Wir Grüne wollen den Kohleausstieg bis 2030 umsetzen, um wichtige Klimaziele zu erreichen.


Hinweis der Redaktion: Argumente und Thesen stammen vom jeweiligen Kandidaten und sind redaktionell weder gegenrecherchiert, noch in irgendeiner Weise bearbeitet. Hans Michelbach (CSU) beteiligt sich leider nicht an unserer Aktion. - Eine Möglichkeit, alle Kandidaten des Wahlkreises Coburg/Kronach näher kennenzulernen, bietet sich bei unserer Diskussionsveranstaltung am Donnerstag, 14. September, im Kongresshaus. Beginn: 19 Uhr. Kostenlose Eintrittskarten gibt es im Ticketshop der Sparkasse Coburg - Lichtenfels im Internet unter der Adresse www.sparkasse-co-lif.de/ticketshop oder auch unter Telefon 09561/70-0 und 09571/15-0.