Wie sieht die Zukunft des Palmenhauses im Coburger Rosengarten aus? Soll es weiter als Palmenhaus bestehen bleiben? Soll es aufgrund der jährlichen Betriebskosten von rund 70 000 Euro wirklich abgerissen werden? Bis zum 6. Januar 2019 sind Kakteen, Orchideen und andere Pflanzen punktuell beleuchtet. "Wir wollen das Palmenhaus in interessantem Licht erscheinen lassen und so die Wertschätzung dafür steigern. Dann relativieren sich auch die Kosten", sagte der Leiter des Grünflächenamtes, Bernhard Ledermann, am frühen Donnerstagabend. Rund drei Dutzend Besucher konnte er im "schönen Palmenhaus" begrüßen.

Das Designforum Oberfranken hat die Beleuchtung des Palmenhauses geplant und umgesetzt, um diesen Ort mit Urlaubsatmosphäre in der "dunklen Zeit" in das Bewusstsein der Menschen zu bringen. "Dass das Palmenhaus abgerissen werden soll, hat mich sehr entsetzt", bekannte Professor Auwi Stübbe, Vorsitzender des Designforums Oberfranken. Das wäre in der Familienstadt Coburg familienfeindlich. Nach seinen Worten ist das Palmenhaus "sehr attraktiv". Nachdem sich eine Mehrheit des Coburger Stadtrates im vergangenen Juni für den Abriss des Palmenhauses ausgesprochen hat, gibt es nach dem Antrag von Hans-Heinrich Eidt (FDP) einen Aufschub bis zum Sommer nächsten Jahres. Dann sollen Konzepte und Kosten für eine weitere und eventuell auch erweiterte Nutzung des Gebäudes im Rosengarten vorliegen. Der Studiengang Zukunftsdesign der Hochschule arbeite an vier Planungen, die im Sommer dem Stadtrat präsentiert werden sollen, sagte Auwi Stübbe.

Zukunftspläne sollen vorgelegt werden

Grünflächenamtsleiter Bernhard Ledermann sagte am Donnerstag, man werde schon im Februar der Kommunalpolitik Zukunftspläne für das Palmenhaus vorlegen. Seit Anfang November können Besucher des Palmenhauses ihre Vorstellungen zum Bewahren des riesigen Gewächshauses auf einem Fragebogen darstellen. Vorschläge sind etwa die Einrichtung eines Cafés und Außengastronomie, dort Ausstellungen zu veranstalten oder auch eine kombinierte Nutzung mit dem Kongresshaus Rosengarten. Weiter wurde eine Kombination aus Palmenhaus, Verkauf und Gastronomie angesprochen.

Um das Palmenhaus vermehrt für Führungen interessant zu machen, braucht es nach Ansicht der Fachleute mehr Informationen über die Herkunft und Eigenschaften der dort gezeigten Pflanzen. 90 Prozent der Besucher, das ist aus den Fragebögen ersichtlich, präferieren die derzeitige Nutzung des speziellen Glasbaues. Kurz im Gespräch war die Erweiterung des Palmenhauses zu einem Schmetterlingshaus. Das aber wäre nur mit hohem Aufwand und beträchtlichen Folgekosten zu verwirklichen.

Besucher werden gezählt

Seit dem Abrissbeschluss des Stadtrates werden die Besucher des Palmenhaus gezählt. "Im Oktober schlenderten 2720 Menschen durch das Palmenhaus", teilte Christiane Zinoni-Peschel vom Grünflächenamt auf Anfrage mit. Im November waren es rund 2500 Besucher. "Unter der Woche sind es täglich etwa 40 Besucher, bis zu 100 haben wir am Wochenende gezählt." Diplom-Ingenieur Michael Müller von der Design-Fakultät der Hochschule Coburg hat mit seinem Team die Leuchten und Lampen im Palmenhaus installiert.

Die Illumination eines Gewächshauses sei ein Novum für ihn gewesen, bekannte er. Insgesamt 50 Leuchten und 400 Meter Kabel waren dafür nötig. Verzichtet wurde auf buntes Licht.

"Wir spielen im Palmenhaus mit verschiedenen Lichtfarben", erläuterte Müller. Dabei ist die Farbtemperatur des weißen Lichts unterschiedlich. Von einer blauen Beleuchtung der Glaskuppel des Gebäudes sei man wieder abgekommen. In der Kakteenabteilung werden einzelne Pflanzen in Szene gesetzt, wobei die Beleuchtung die Wege aus Gründen der Sicherheit erhellen muss.

Eigens für die Vorstellung des beleuchteten Palmenhauses war auch der Sintflutbrunnen am Donnerstag illuminiert worden. Das jedoch war eine einmalige Sache. Ein weiteres Glanzlicht sind die Glasobjekte von Detlev Bertram. Deren Ausstellung ermöglichte die Glaserei Späth.