"Heidi" wollten sie sich eigentlich in dieser Woche ansehen, die "Wurzel- und Blumenkinder". Allesamt sind sie Vorschulkinder des Untersiemauer Kindergartens "Regenbogen". Doch ein großer Wasserschaden im Landestheater Coburg kam dazwischen und trübte die Freude. Doch zum Glück gibt es in Coburg eine Theaterpädagogin.
Luca Pauer möchte nicht nur den Erwachsenen, sondern vor allem Kindern und Jugendlichen helfen, die Codes der Theaterbühne zu entschlüsseln. "Ich mache für jedes Alter die Tätigkeiten im Theater erfahrbar, kümmere mich um die Zuschauer von morgen und entwickele bei Senioren ein neues Körpergefühl!", sagt sie. Die gebürtige Birkacherin ging vor rund 20 Jahren selbst in den "Regenbogen". Und als jetzt die Leitung des Hauses bei ihr angeklopfte und sie um Hilfe bat, habe sie spontan für einen Theater-Workshop zugesagt. Rote Wangen kündeten bald von der großen Begeisterung der Kleinen.
Und um ein Haar hätte man fast das leckere Frühstück vergessen. Doch die Erzieher Birgit Leutheusser und Helmut Wunder erinnerten daran.

Alpenklänge

Mit Bewegungen zu alpenländischer Musik begann Luca Pauer das Interesse zu wecken. Heidi-Geschichten wurden erzählt. Alles wurde von den Fünfjährigen mit Eifer nachgespielt. Und da in dem Theaterstück Heidi von einem Ast getroffen wird, als sie sich bei einem Gewitter unter einem Baum unterstellt, hatten die Kleinen auch gleich eine Lösung parat: Bei den schweren Gewittern in den Bergen, muss Zuflucht in einer Hütte gesucht werden.
Den "Almöhi" stellten die Kinder als knurrigen, alten Opa dar. Den Stimmungen angepasst, spielte die Theaterpädagogin verschiedene Musikstücke vor, die die Mädchen und Jungs tänzerisch und mimisch darstellen mussten. Zudem ordneten sie Dinge auf Fotos der Großstadt Frankfurt in Deutschland, aus der Heidi kommt, oder der Alm in den Schweizer Bergen zu. Da die Geschichte in zwei Ländern spielt, fragte Luca Pauer zum Schluss: "Wer war denn von Euch schon einmal in einem anderen Land?" Einige waren schon weit gereist. Meldet sich ein kleiner Naseweiß aus der hintersten Ecke: "Ich!" "Wo warst denn Du?" Die schüchterne Antwort: "In Seßlach!"