Über Mangel an Arbeit dürfen sich die Mitglieder des Coburger Kreistages heuer vermutlich nicht beschweren. Eine Hand voll großer Bauprojekte steht an, über 50 Millionen Euro stehen dafür im Raum. Und dennoch: Frank Rebhan, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Coburger Kreistag, befürchtet keinen Schulden-Crash für den Landkreis.
Aber er warnt zugleich davor, bei all den Infrastrukturmaßnahmen auch den sozialen Bereich nicht zu vergessen.

infranken.de: Die Sanierung der Realschule CO II, die neue Mensa für die Neustadter Schulen, die Umgehung für Ebersdorf, der Erweiterungsbau am Landratsamt - das sind ganz schön viele teure Projekte, die heuer in Angriff genommen werden sollen. Droht dem Landkreis die Gefahr, sich dabei finanziell zu verheben?
Frank Rebhan: Der Landkreis kann sich finanziell gar nicht verheben. Wenn, dann bekommen die Kommunen Schwierigkeiten, weil sie die Kreisumlage bezahlen müssen. Aber es ist schon richtig: Wir investieren 30 Millionen Euro in die Schulen - das ist schon ein dicker Brocken, der andere Investitionen erschwert. Andererseits: Wenn wir schon investieren, dann in die Bildung und die Chancen für unsere jungen Menschen.

Die jungen Menschen, die nach ihrer guten Ausbildung dann nach München ziehen...
Wer Atomphysiker werden will, wird unsere Region immer verlassen. Aber es gibt auch gut ausgebildete Realschüler, die nach ihrer Ausbildung sicher eher hier bleiben wollen. Sie werden die Menschen sein, die diese Region tragen. Deshalb sind die Investitionen absolut richtig.
Stichwort: Infrastruktur. Wie sehen Sie die Situation der Achse von Neustadt bis Ebersdorf bei Coburg über die Kreisstraßen CO 11 und CO 13?

Ich denke, dass wir mit der Ebersdorfer Umgehung auf einem Weg sind, bei dem es jetzt sehr schnell gehen kann. Der Zustand der CO 11 am Stiefvater ärgert mich maßlos. Wir könnten hier schon fertig sein, aber ein ehemaliger Mitarbeiter der Regierung von Oberfranken hat das Ding ganz alleine vermasselt. Wenn er schon Probleme mit den Plänen gesehen hat, dann hätte er diese gleich mit dem Landratsamt besprechen müssen. Nicht erst, nachdem alles fertig war. Zum Glück hat die Eröffnung der Autobahnabfahrt Neustadt ein bisschen Druck weggenommen. Aber die Straße den Stiefvater hoch hat viel zu enge Kurvenradien und ist ein Unfallschwerpunkt. Die CO 11 ist dort einfach nicht mehr zeitgemäß. Da besteht dringender Handlungsbedarf.

Zur Infrastruktur gehört auch der Verkehrslandeplatz. Erwarten Sie da heuer neue Entwicklungen?
Der Verkehrslandeplatz spielt in der aktuellen Arbeit keine große Rolle. Das Planfeststellungsverfahren läuft, wir sollten jetzt alle einfach die Ergebnisse abwarten. Es wäre völliger Blödsinn, Ergebnisse vorweg nehmen zu wollen und munter drauflos zu diskutieren. Allerdings erhoffe ich mir für heuer von Seiten der Planungsgesellschaft eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass sie wissen, was beim Thema Verkehrslandeplatz aktuell passiert.

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