Bei der Erweiterung der Lutherstätten gehe es um die für die Kirchenreformation im 16. Jahrhundert bedeutsamen Städte Torgau (Sachsen) und Coburg in Bayern, sagte Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD). Als Reformationsstätten sind das Lutherhaus, das Melanchthonhaus, die Stadtkirche und die Schlosskirche in Wittenberg sowie in Eisleben das Geburts- und Sterbehaus von Martin Luther (1483-1546) bereits Weltkulturerbe der UNESCO.
Luther hielt sich 1530 in Coburg auf der Veste auf, arbeitete an seiner Bibelübersetzung und predigte in der Morizkirche. In Torgau residierten zu Luthers Zeiten die ernestinischen Wettiner, die in Deutschland die Reformation förderten. Mit der Schlosskirche entstand in dem Ort der erste protestantische Kirchenneubau. Zudem starb Luthers spätere Ehefrau Katharina von Bora (1499-1552) in Torgau, wo sich auch ihr Grabmal befindet.
Sachsen-Anhalt schlägt außerdem eine Erweiterung der als Weltkulturerbe anerkannten Bauhaus-Objekte vor. Der Welterbe-Status soll auf die fünf Laubenganghäuser in Dessau und die ehemalige Schule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau (Brandenburg) ausgedehnt werden.
Coburg hatte sich zunächst mit seinem Residenz-Ensemble von Ehrenburg, Theater, Hofgarten und Veste als Weltkulturerbe ins Gespräch gebracht. Doch Bayern wählte andere Objekte aus. Jedes Bundesland darf zwei Vorschläge für die sogenannte Tentativ-Liste machen. Diese Liste reicht Deutschland bei der Unesco ein,die dann entscheidet, welcher Ort oder welches Objekt den Weltkulturerbe-Status erhält. Der Freistaat gab dem historischen Ensemble aber nur geringe Chancen. Er befürwortete aber die Bewerbung als Lutherstätte unter sachsen-anhaltinischer Flagge.