Eine Sporthalle bleibt eine Sporthalle und kann nur mit immensem Aufwand zur eierlegenden Wollmilchsau oder Multifunktionshalle nachträglich umgemodelt werden. Auf diesen kurzen Nenner kann die Diskussion am Mittwoch im Bau- und Umweltsenat über ein neues Nutzungskonzept für die HUK-Coburg-Arena gebracht werden.

Im ein- oder sogar zweistelligen Millionenbereich würden die rund ein Jahr dauernden Umbauarbeiten dauern, die Investition in dieser Größenordnung würde die Abschreibungskosten und somit das Defizit der Halle erheblich erhöhen. "Die Ergebnissituation aus dem Betrieb der Halle würde nachhaltig verschlechtert." Zu dieser Einschätzung kommen Joachim Träger vom Stadtplanungsamt und Eberhard Fröbel vom Sportamt der Stadt.

Genau das Gegenteil, nämlich "die Ergebnissituation aus dem Betrieb der Halle nachhaltig zu verbessern", verfolgte ein Antrag der beiden CSU-Stadträte Friedrich Herdan
und Thomas Bittdorf. Beide begründen ihren Vorstoß vom Februar diesen Jahres damit, dass der städtische Ergebnishaushalt - "trotz erfolgter Gewerbesteueranhebung und derzeit immer noch moderater Sparbemühungen" - weiterhin einen "unangemessen hohen" Jahresfehlbetrag ausweise. Vor diesem Hintergrund müssten bestehende Nutzungskonzepte aus geleisteten Investitionen, wie die auf der Lauterer Höhe einzig dem Ballsport gewidmete Halle, und ihre Wirtschaftlichkeit "neu strukturiert werden", so die Forderung der beiden CSU-Politiker. Im Klartext: Konzerte, Messen und sonstige Events könnten in der HUK-Arena stattfinden und auf diese Weise Geld in die städtische Kasse bringen.

Dazu müsste die Arena aber von der Sporthalle zur Multifunktionshalle umgebaut werden. Der Aufwand wäre immens. Schließlich sei dann weiteres Personal nötig. Mit den beiden Hausmeistern und fünf Halbtagskräften für die Reinigung sei dies nicht zu machen. "Da bräuchte es dann auch zwingend eine Fachkraft für Veranstaltungstechnik", so Eberhard Fröbel.

Weiter sprechen nach Ansicht der Stadtverwaltung auch zeitliche Probleme gegen den Umbau der Ballsporthalle zur Multifunktionshalle: "Derzeit würden nach Abzug der Revisionszeiten und Grundreinigung etwa zehn Wochenenden für multifunktionale Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Der mögliche multifunktionale Nutzungszeitraum würde vor allem in der Jahresmitte von Juni bis August liegen. Andere Nutzungszeiten würden einen massiven Eingriff in den Trainings- und Ligenbetrieb bedeuten. Nach Rücksprache mit einschlägigen Konzertagenturen wurde bestätigt, dass die Voraussetzungen für multifunktionale Veranstaltungen in der HUK-Coburg-Arena unter diesen terminlichen Voraussetzungen problematisch sind."

Seine beiden Partei- und Fraktionskollegen hätten mit dem Antrag Kriterien beabsichtigt, wie das Defizit zu verringern wäre, startete CSU-Stadtrat Jürgen Oehm zur Ehrenrettung. Die Kollegen "wollten wissen, wie's geht,und nicht, wie es nicht geht." Die Antwort der Verwaltung sei eine bloße Auflistung von "K.o.-Kriterien". Gewollt seien etwa kostendeckende Mietpreise. "Für die VIP-Lounge berechnet die Stadt 20 Euro, ein Abend im Kongresshaus kostet 900 Euro!"
Der CSU-Stadtrat musste sich von Peter Kammerscheid (Pro Coburg) und Hans-Heinrich Ulmann (CSB) sagen lassen, dass die Verwaltung exakt auf den Antrag geantwortet habe. "Die beiden Kollegen werden wohl richtig formulieren können", meinte Kammerscheid süffisant. "Ich kann lesen", schlug Ulmann in die gleiche Kerbe.
Für Petra Schneider (SPD) war die Sache "eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die Verwaltung". Eine Umnutzung der Halle sei ein Märchen. "Ich hoffe, das Thema ist nun endgültig erledigt." Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU): "Ich wünschte, manche Anträge würden nicht gestellt werden."

Einstimmig, also auch mit den Stimmen der CSU-Stadträte Oehm und Max Beyersdorf, lehnte der Bau- und Umweltsenat ein anderes Nutzungskonzept für die HUK Arena ab. Allerdings sollen alle Anstrengungen unternommen werden, die Halle und auch das Kongresshaus Rosengarten mehr auszulasten.