Ein Smartphone oder einen Tablet-Computer sowie guten Willen: Mehr braucht es nicht, um neue Wege zu beschreiten. Das hat gerade der Coburger Seniorenbeirat ausprobiert, denn seine Mitglieder sorgen dafür, dass die Weihnacht der Generationen heuer nicht ausfallen muss.

An die Stelle der Veranstaltung im Kongresshaus tritt ein Youtube-Video, das viele weihnachtliche Wortbeiträge versammelt. Heide Braunschmidt liest die Weihnachtsgeschichte in Coburger Mundart, Angela Niestroy trägt eine moderne Kurzgeschichte vor. Der Mediziner Reinhard Hiersemezel ermutigt alle Senioren, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen - und sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Schlotfegerin Ramona Brehm tritt als Glücksbringerin auf und das Coburger Christkind Femke Flessa spricht seine Weihnachtsgrüße vor dem Christbaum auf dem Marktplatz. Das 38-minütige Video ist hier zu finden.

"Es ging uns nicht darum, ein perfektes Video zu drehen", erklärt Bernd Fischer, stellvertretender Vorsitzender des Seniorenbeirats. Er spricht in dem Film die einleitenden Worte und hat viele der Video-Schnipsel gefilmt. Manche Senioren haben ihm zufolge aber auch selbst zur Kamera gegriffen. "Viel Erfahrung mit digitalen Videos hatte ich noch nicht", bekennt Fischer. Geschreckt habe ihn das nicht. "Wir haben in dieser Zeit wenig Gelegenheit, uns zu treffen, da muss man eben solche Wege nutzen." Er will möglichst viele Seniorinnen und Senioren ermutigen, die Scheu vor der modernen Technik abzulegen: "Es gibt inzwischen so viele Möglichkeiten, sich digital zu treffen - und vieles davon ist ganz einfach. Man muss sich nur trauen."

Unterstützung kam bei dem Projekt aus dem Amt für Digitalisierung und Kommunikation. "Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dort haben uns beim Schnitt unterstützt - und das Video im Internet veröffentlicht", erläutert Fischer. Sein Ziel ist es jedoch, dass die Mitglieder des Seniorenbeirats lernen, alle Schritte solcher Projekte selbst zu gehen. "Aber bis es soweit ist, bin ich froh, dass wir in der Stadt immer auf offene Ohren für unsere Anliegen treffen."