Coburg, die Veste-Stadt, war immer auch eine Feste-Stadt. Doch seit mittlerweile fast zwei Jahren ist die Partystimmung einem Corona-Blues gewichen. Für 2022 gibt's zwar Hoffnung, dass die Pandemie endlich überwunden wird. Doch der Feste-Kalender könnte trotzdem anders aussehen als noch 2020 - und zwar aus verschiedenen Gründen. Mal sind Sponsoren abgesprungen, mal gab es Unstimmigkeiten, und dann werden auch noch zwei größere Baustellen etliche Probleme bereiten...

Wir wagen mal einen Ausblick auf die zehn wichtigsten Feste und Veranstaltungen in Coburg: Wie sind die Planungen für 2022, wo gibt's kleine und größere Sorgen?

YouCo

Das Kinder- und Jugendfestival YouCo war jedes Mal ein Riesenspaß! Auf dem Gelände des Stadtjugendrings (CoJe) plus der benachbarten Anlage des TV 1848 und - jeweils am "Wassertag" - auch gegenüber im Aquaria gab es immer ein tolles Programm für die ganze Familie. Eine zehnte Ausgabe war geplant, doch sie musste 2020 wegen Corona ausfallen. Die Veranstalter, zu denen auch das Coburger Tageblatt zählte, geben den Traum zwar noch nicht ganz auf. Aber: YouCo ist wohl Geschichte, weil bei allen beteiligten Partnern inzwischen die Ressourcen fehlen.

Tambacher Sommer

Im Jahr 2000 zog die Konzertreihe, die im Wildpark begonnen hatte, in den Innenhof des Schlosses um - der "Tambacher Sommer" war geboren. Wegen Corona fiel zunächst nur das "20-Jährige" aus. Doch Ende November 2021 wurde bekannt, dass sich der Veranstalter mit den Vermietern des Geländes nicht mehr auf eine Vertragsverlängerung hat einigen können. Alle für 2022 geplanten Konzerte (unter anderem mit Christina Stürmer) wurden abgesagt, und der gesamte "Tambacher Sommer" ist Geschichte.

Samba-Festival

Rolf Beyersdorf ist Optimist: "Wir planen etwas für 2022!" Der Chef des größten Samba-Festivals außerhalb Brasiliens, zu dem normalerweise an drei Tagen bis zu 200000 Besucher nach Coburg strömen, ist aber auch nicht blauäugig: "Natürlich sind wir auf alle Eventualitäten vorbereitet, haben einen Plan B und auch einen Plan C." Was heißt das konkret? "Irgendetwas wird es geben", sagt Rolf Beyersdorf - vielleicht noch nicht wieder ganz so groß wie vor Corona, aber auch nicht so klein wie die Miniatur-Ausgabe im Sommer 2021. "Wir haben viele gute Ideen", sagt der Optimist und stellt klar: "Das Samba-Virus ist stärker als das Corona-Virus!"

Schlossplatzfest

Auch Wolfgang Schubart vom Förderverein Schlossplatzfest ist Optimist: "Das Schlossplatzfest 2022 wird stattfinden!" Er hält es sogar für möglich, dass die "Goldene Traube", die seit 2019 zur Hotelkette Dormero gehört, mit einem Zelt dabei ist. Aktuell hat Dormero in Coburg zwar keine Gastronomie und nur noch wenige Mitarbeiter. Aber bereits 2019 wurden eigens fürs Schlossplatzfest auch Kräfte aus anderen Dormero-Hotels nach Coburg geholt.

Übrigens: Zu den Gästen im "Traube"-Zelt zählten damals unter anderem Dagmar und Hans-Rudolf Wöhrl, die Eltern von Dormero-Inhaber Marcus Wöhrl. Dass es den beiden auf "Nordbayerns größter Gourmet-Party" gut gefallen hat, wie sie damals dem Coburger Tageblatt sagten, kann eines Tages vielleicht noch hilfreich sein.

Die Veranstalter des Schlossplatzfests haben aber noch ein Problem: Wenn 2023 die Generalsanierung des Landestheaters beginnt, wird der halbe Schlossplatz zur Baustelle. Eventuell muss das Festgelände dann in Richtung Wettiner Anlage und/oder Arkaden und Hofgarten verschoben werden. Hoffentlich finden sich unter diesen Bedingungen noch genügend Gastronomen zur Bewirtschaftung.

Vogelschießen

Seit fast zwei Jahren ist Stefan Stahl Oberschützenmeister der Schützengesellschaft Coburg. Ein Vogelschießen hat er seitdem aber noch nicht erlebt. Aber er hofft, dass es 2022 endlich klappt: "In diesen Tagen haben wir die ersten Verträge abgeschlossen!" Alle enthalten eine "Corona-Klausel", damit die Schützengesellschaft nicht in Regress genommen werden kann, falls Volksfeste doch wieder generell verboten werden sollten. Außerdem sieht ein "Plan B" unter anderem einen großen Biergarten statt eines Bierzelts vor.

Schlossplatz-Open-Airs

2022 muss es klappen! Denn durch die Landestheater-Baustelle werden ab 2023 kaum noch größere Konzerte auf dem Schlossplatz möglich sein. Wenn also die von 2020 und 2021 noch vorrätigen Karten für Sido, Sarah Connor & Co. nicht 2022 endlich eingelöst werden können, wann dann?

Klößmarkt

Es gibt doch noch gute Nachrichten: Der Coburger Klößmarkt wird 2022 größer als je zuvor. So ist vorgesehen, rund um das Klößmarkt-Wochenende Ende August/Anfang September auch die Eingemeindungsjubiläen zu feiern, die im nächsten Jahr für mehrere Stadtteile anstehen, die 1972 zu Coburg kamen.

Coburger Museumsnacht

Die Coburger Museumsnacht soll es 2022 wieder geben.Aber wer soll sie organisieren? Der Vertrag mit der zuletzt zuständigen Agentur Streckenbach wurde im Frühjahr 2020 gekündigt. Eine neue Ausschreibung gab es noch nicht - und zwar auch deshalb, weil beim Veranstalter, der Coburger Landesstiftung, über eine "neue Ausrichtung" der Museumsnacht nachgedacht wird, wie Leiter Matthias Müller dem Coburger Tageblatt sagte.

Summerblast

Den Termin haben sich alle Fans von Metal-, Punk- und Rockmusik längst notiert: Am 24./25. Juni 2022 soll es wieder das "Summerblast Open Air" auf dem ehemaligen BGS-Gelände geben. Problem aber: Auf genau diesem Gelände soll bald Coburgs neues Krankenhaus gebaut werden. Der Verein "Cross-Art" muss also ein neues Areal suchen.

Klassik Open Air

Das Klassik-Open-Air im Rosengarten ist eigentlich ein längst etabliertes Event. Doch hinter den Kulissen gab und gibt es immer wieder Unklarheiten, wer genau der Veranstalter ist und wer die Kosten übernimmt. Petra Schneider (SPD) und Gerhard Amend (CSU) schlagen jetzt in einem Stadtratsantrag vor, eine Regelung zu treffen, die langfristig Klarheit schafft: Die Stadt wird Veranstalter und beauftragt den Eigenbetrieb Coburg Marketing mit der Durchführung; das Landestheater stellt Orchester und Solisten kostenlos zur Verfügung, hat aber ansonsten mit der Organisation nichts zu tun.