Am Anfang stand eine jkleine Gruppe von Idealisten und passionierten Jägern. Das 60-jährige Bestehen des Jagdhornbläsercorps Coburg sei Anlass genug, sich der bescheidenen Anfänge zu erinnern und die Entwicklung zum hohen Leistungsstand im Jubiläumsjahr 2013 aufzuzeigen, sagte Vorsitzender Torsten Baumgärtner.
Die Kriegswirren seien in den Jahren 1952 und 1953 in der Region größtenteils überwunden gewesen und genau in dieser Zeit habe es die ersten Überlegungen für die Gründung einer Jagdhornbläsergruppe gegeben. Nach Wiedererlangung der Jagdhoheit nach dem 2. Weltkrieg und dem Wiederbeginn der Treibjagden habe man sich der Jagdhornbläserei besonnen. Heinrich Schröder, Vorsitzender der Kreisgruppe Coburg, wollte es damals, dass das Blasen des Jagdhorns auch zu öffentlichen Anlässen wieder praktiziert werde.


Brauchtum pflegen

Unter der Leitung von Jungjägerausbilder Fritz Fischer habe man beschlossen, das jagdliche Brauchtum wieder zu pflegen. Das Schützenhaus Coburg habe, so Baumgärtner, von 1953 bis 1970 den Coburger Jagdhornbläsern als Übungslokal gedient. Teils seien nur alte Instrumente vorhanden gewesen und es seien vor allem einstimmige Jagd- und Leitsignale geblasen worden.
Beim Landesbläserwettbewerb 1972 in Eichstätt hätte die Coburger Bläser eine gute Platzierung im Mittelfeld erzielt und dafür die silberne Hornfesselspange erhalten, erinnerte Torsten Baumgärtner. Toni Rustler habe 1973 als Gründungsmitglied die organisatorische wie auch musikalische Leitung des Bläsercorps übernommen und in einer vom militärischen Ton geprägten Art und Wiese seien die Vortragsstücke bis zur Perfektion weiterentwickelt worden.
Gerhard Franz hat 1988 die musikalische Führung und Wolfgang Sander die organisatorische Leitung übernommen. Ein Jahr später habe Siegfried Petters sich aus voller Leidenschaft dem Jagdhornblasen gewidmet und es seien nun verstärkt die Stücke auch mehrstimmig in den Fürst Pless Hörner sowie im großen Parforce besetzt und auch geblasen worden. Viele Jahre sei er die tragende Säule des Corps gewesen und habe durch seine unnachahmliche Art die Musiker von Erfolg zu Erfolg geführt.

Erste Damen

Die ersten Damen seien bereits Anfang der 90er Jahre mit Försterin Anke Schäfer und Christine Baumgärtner eingetreten. Ein Highlight in der Geschichte sei die Bläserreise mit Jagdhornfreunden aus Bad Rodach nach Amerika gewesen. Nachdem Siegfried Petters 2001 plötzlich verstorben ist, habe Anke Schäfer die musikalische Leitung übernommen. Jutta Rohleder hatte ab 2002 das notengerechte Blasen im Corps gefördert und damit das Repertoire erweitert und einen hohen musikalischen Standard erreicht.
Aus persönlichen Gründen, so Torsten Baumgärtner, habe sich Jutta Rohleder 2012 zurückgezogen. Der erfahrene Musiklehrer und passionierte Musiker Dietmar Luther habe das Amt übernommen und wird den aktuellen Leistungsstand sicher weiter entwickeln, sagte Baumgärtner. Was wäre die Jugend und jagdliche Veranstaltungen eigentlich ohne unsere Jagdhornbläser? Dieser Frage ging Paul Schefczik, Vorsitzender der Kreisgruppe Coburg im Landesjagdverband Bayern, nach.

Ohne "Halali" - undenkbar

Bei Treib- oder Drückjagden würde es keine Eröffnung durch Jagdhörner, kein Verblasen der Strecke mehr und damit keine Ehrerbietung gegenüber dem erlegten Wild, keine Bereicherung von Jäger-Geburtstagen und keine Begleitung von Jäger-Beerdigungen mit dem letzten "Halali" geben. Dies sei, so Paul Schefczik, "undenkbar, unser Brauchtum würde enorm leiden und es würde uns wirklich etwas fehlen".
Die Tradition des Jagdhornblasens beleuchtete die stellvertretende Landrätin Elke Protzmann (CSU). Es gehöre zur Tradition, dass auch die jagdliche Musik und das Brauchtum gepflegt werde. Was wäre ein Kulturgut der Jagd ohne Musik der Jagdhornbläser, fragte MdB Hans Michelbach (CSU). Das Jagdhornblasen gehöre einfach zum jagdlichen Brauchtum. Es sei wichtig, Bewährtes wie Waidgerechtigkeit oder die Hege im Jagdwesen zu bewahren, betonte der Bezirksvorsitzende Hartmut Wunderatsch. Eine Jagd ohne die Jagdhornbläser wäre nicht das, was man seit langer Zeit kennen würde, meinte Bezirksobmann Bläser Heinrich Reuß. "Horn auf, blast an", hieß es auch bei diesem Festkommers. Mit den Musikstücken "Reveille" , dem "Waidmannsdank" oder "Jagd vorbei und "Hallali" gestaltete das Bläsercorps seineFeier. Am Sonntagnachmittag erlebten viele Besucher auf Schloss Callenberg einen bunten Reigen unterhaltsamer Jagdblasmusik. des