Für Diana Schultheiß, die als erste Frau im Landkreis zur Kreisbrandmeisterin ernannt wurde, ist das Ehrenamt bei der Feuerwehr eine Herzensangelegenheit: "Feuerwehr ist ein tolles Hobby, bei dem gute Zusammenarbeit wichtig ist." Damit diese Botschaft besser an die Öffentlichkeit getragen wird, haben Schultheiß und Sandra Rudolph (Frauenbeauftragte bei der Kreisbrandinspektion) heuer einen Fotowettbewerb ausgeschrieben. Einzige Vorgabe war, dass die Frauen sich und ihre Arbeit bei der Feuerwehr darstellen sollten.

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Am Ende war es dann schon fast zweitrangig, wer beim Wettbewerb die Nase vorne hatte: Die Feuerwehren aus Bad Rodach, Steinrod und Gossenberg waren es, die bei der Jury - bestehend aus Kreisbrandrat Manfred Lorenz, Landrat Sebastian Straubel (CSU/Landvolk) und Tanja Angermüller (Leiterin des Landrats-Büros) - am besten ankamen. Aber Diana Schultheiß geht es um viel mehr. "Wir erhoffen uns von den Bildern, dass sich andere Frauen aufraffen, mal vorbeischauen und selbst bei der Feuerwehr mitmachen wollen." Deshalb werden die großformatigen Aufnahmen demnächst über die sozialen Medien und den Youtube-Kanal des Kreisfeuerwehrverbandes präsentiert. Und vielleicht kommt da noch mehr, wie Manfred Lorenz bei der Siegerehrung im Niederfüllbacher Feuerwehrhaus andeutete: Das bayerische Innenministerium habe wohl vom Wettbewerb erfahren und die Bilderserie bereits angefordert, berichtete der Kreisbrandrat. "Ich würde mich nicht wundern, wenn da noch was aus München kommt", sagte Lorenz dazu.

Nach Sichtung der Bilder war der Landrat schwer begeistert: "Das war eine eindrucksvolle Aktion." In der Jury habe man sich sehr schwer getan, die drei Siegerbilder auszuwählen. Aber auch Sebastian Straubel war der übergeordnete Gedanke wichtiger als das Endergebnis: Mit der Idee des Fotowettbewerbs sei es gelungen, auf das Engagement der Frauen in den Feuerwehren hinzuweisen. Dass es dabei seit Jahren im Coburger Land bergauf geht, verband Stefan Püls als künftiger Kreisbrandrat hauptsächlich mit der Arbeit seines Vorgängers. Denn es war so: Als Manfred Lorenz vor zwölf Jahren erstmals in sein Amt gewählt wurde, formulierte er sofort sein Anliegen, dass der Frauenanteil bei den Feuerwehr-Aktiven steigen müsse. Um dies zu erreichen, startete Manfred Lorenz allerlei Aktionen - unter anderem verloste er öffentlichkeitswirksam seine Dienste als Fensterputzer bei Frauen, die sich bei einer Feuerwehr anmeldeten. "Das war der Grundstein für unsere tolle Entwicklung in der Frauenarbeit", sagte Püls. Und diese ist noch lange nicht zu Ende. Sabine Rudolph ist mit Blick aufs kommende jedenfalls voller Tatendrang: "Das wird nicht unsere letzte Aktion gewesen sein."

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Preise gab es für die drei Sieger-Teams auch. Manfred Lorenz, Stefan Püls und Stefan Zapf spendeten jeweils einen Gutschein über 50 Euro, den die Feuerwehr-Damen in einem Eiscafé ihrer Wahl eingelöst werden können.

Das sagen die Siegerinnen

Lena Kirchner (Feuerwehr Steinrod): "Nach dreieinhalb Stunden waren unsere Bilder fertig. Aber es war nicht ganz einfach, wir haben uns dafür sogar die Hilfe eines Pyrotechnikers geholt. Die Bilder sind echt schön geworden, aber die Outtakes waren für uns am Ende sogar noch lustiger."

Rebekka Hartan (Feuerwehr Bad Rodach): "Wir haben uns alleine schon deshalb auf das Shooting gefreut, weil wir dafür nach dem Corona-Lockdown mal wieder zusammenkommen durften. Für die Fotos sind wir mit Unterstützung einiger unserer Feuerwehrmänner, der Drehleiter und dem LF20 auf den Georgenberg gefahren. Es war ein schöner Nachmittag zur Stärkung der Gemeinschaft unter uns Frauen."

Anna Taschek (Feuerwehr Gossenberg): "Die Idee mit dem Traktor und dem Acker kam uns spontan. Dann sind wir einfach auf die Höhe zwischen Krumbach und Gossenberg gefahren. Der Bulldog auf dem Bild war uns sehr wichtig, weil wir damit zeigen, dass wir auch der Landwirtschaft sehr nah sind. Natürlich werden wir das Bild auch bei uns bei der Feuerwehr aufhängen."