Mutig, mutig. Mit nur 391 Einwohnern steht Fürth am Berg in der offiziellen Statistik der Stadt - und doch haben sich die Einwohner des östlichsten Stadtteiles an eine XXL-Veranstaltung gewagt. Vier Tage haben die Fürther das 700. Jahr seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung gefeiert.
Mittendrin: der Festausschussvorsitzende, Bastian Schober. Im Gespräch erzählt das Stadtratsmitglied, was das Erfolgrezept der Fürther Dorfgemeinschaft ist.

Hallo, Herr Schober - haben Sie nach dem stressigen Pfingst-Wochenende Ihr Schlaf-Defizit wieder aufgeholt? Haben Sie an den Festtagen überhaupt geschlafen?
Bastian Schober: Das Schlafdefizit ist noch nicht ganz aufgeholt. Denn auch der Abbau und sonstige Nacharbeiten nahmen und nehmen immer noch einige Zeit in Anspruch. Aber ich kann jetzt endlich wieder mehr als zwei bis vier Stunden schlafen. Das war nämlich die durchschnittliche Ruhezeit an den Festtagen und während des Aufbaus.

Wie sind Sie denn mit dem Ablauf der Veranstaltungen zufrieden? Gab es Probleme?
Mit dem Ablauf bin ich mehr als zufrieden. Es war einfach ein phänomenales Wochenende. Insgesamt kamen am ganzen Wochenende wohl rund 6000 Besucher nach Fürth am Berg. Und auch das Wetter spielte mit. Während es woanders regnete und stürmte, lachte über Fürth am Berg die Sonne. Probleme hatten wir eigentlich nur mit der Akustik in der großen Maschinenhalle. Das war vor allem während des Festabends am Freitag sehr bedauerlich. Am Samstag bekamen wir dieses Problem allerdings durch die vielen Besucher in der Halle in den Griff. Als positives Problem würde ich noch erwähnen, dass wir beim Essen immer wieder ausverkauft waren und spontan Nachschub heranschaffen mussten. Mit einem solchen Ansturm haben wir teilweise einfach nicht gerechnet.

Was waren denn Ihre persönlichen Highlights bei "700 Jahre Fürth am Berg"?
Mein persönliches Highlight war eindeutig das Dorfrocker-Konzert am Samstag. Mit 1300 Besuchern und rund 100 Helfern hatten wir ein ausverkauftes Haus und konnten einige Besucher, die spontan kommen wollten, leider nicht mehr hereinlassen. Die Dorfrocker haben so richtig eingeheizt und die Stimmung war überragend. Man muss hier auch mal erwähnen, dass es keinerlei Zwischenfälle gab und alle friedlich miteinander gefeiert haben. Das ist bei einer solchen Veranstaltung leider nicht selbstverständlich. Kompliment an alle Besucher. Ich glaube, dieser Abend war ein Highlight für das ganze Dorf, aber auch für die Stadt Neustadt und den gesamten Landkreis Coburg. Sowas hat Fürth am Berg noch nicht erlebt und wird es mit Sicherheit auch nicht so schnell. Auch der Sonntag war Wahnsinn. Wir wurden regelrecht von den Besucherströmen überrannt.

Kleiner Ort, großes Fest: Was zeichnet denn die Fürther aus, damit sie solche Großveranstaltungen rocken können?
Naja, so oft finden solche Großveranstaltung in Fürth ja - zum Glück, könnte man jetzt sagen - nicht statt. Das wäre auch gar nicht zu stemmen. Alle 25 Jahre eine Jubiläumsfeier ist vollkommen ausreichend. Allerdings haben wir durch die Vielzahl an Vereinen sonst viele kleine Feste übers ganze Jahr verteilt. Somit gibt es sehr erfahrene Leute, was Planung und Durchführung von Veranstaltungen angeht. Jeder bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein. Sei es die Elektrik, die Finanzen, die Küchenplanung, der Ausschank, Kuchen backen und, und, und. Dieser Geist war am Wochenende noch mehr zu spüren als sonst. Und durch die sieben Vereine fühlen sich zum Glück auch viele Bürger aus anderen Stadtteilen mit Fürth verbunden und haben mitgeholfen. Ein riesiges Kompliment an alle, die mit angepackt haben. Ich bin wirklich stolz auf unser Dorf, seine Vereine und Bewohner.

So wie die Fürther gestrickt sind, wird die 700-Jahr-Feier nicht das Ende der Fürther Festivitäten für heuer gewesen sein. Welches Fest empfehlen Sie den auswärtigen Gästen, die jetzt von Fürth am Berg plötzlich nicht mehr genug bekommen können?
Die Feierlichkeiten rund um die 700-Jahrfeier sind beendet. Wir haben uns bewusst für die große Lösung an einem Wochenende entschieden. Vielleicht werden wir den Festabend im Oktober noch einmal für die Fürther aufführen. Denn viele haben aufgrund der Akustik oder weil sie im Einsatz waren, nichts davon mitbekommen. Allerdings haben Sie Recht: Feiern kann man in Fürth trotzdem! Unser größtes Fest, das Weinfest, fällt in diesem Jahr allerdings aus. Das ist nach so einem großen Festwochenende einfach nicht auch noch möglich. Wir müssen uns jetzt alle erst einmal erholen. 2018 findet das Weinfest aber wieder statt. Als nächstes Highlight kann ich allen das Oktoberfest der TSSV Fürth am Berg am 2. Oktober empfehlen. Die Fürther freuen sich immer über Gäste aus nah und fern.