Jeweils vier Minuten haben die sechs Finalisten für jeden der vier Finalboulder Zeit. Max Dorscht, Sechstplatzierter nach der Hauptrunde und damit erster Starter im Finale, schöpfte sie am Boulder 1 bis zur letzten Sekunde aus. Im 10. Versuch konnte er, begleitet von großem Jubel der zahlreichen Zuschauer, das Ding knacken. Spannender Auftakt zum spektakulären Herren-Finale des Coburger Boulder-Cups.
Dieses Finale war denn auch sportlich gesehen eindeutig Höhepunkt der Veranstaltung, die immerhin 181 Teilnehmer ins Kletterzentrum am Dammweg gezogen hatte. Vier der sechs Finalteilnehmer konnten jeweils zwei Finalboulder toppen und lieferten sich einen äußerst spannenden und hochklassigen Wettkampf um Platz zwei. Den Ausschlag gab letztlich die Anzahl der nötigen Versuche. Zwar darf in den vier Minuten beliebig oft probiert werden, aber je weniger Versuche desto besser die Wertung. Am Ende konnte sich Peter Göpel aus Bamberg auf den zweiten Platz schieben, ganz knapp vor Lars Wolf, einem der Lokalmatadoren vom DAV Coburg.
Eindeutig war dagegen, wie schon im Vorjahr, der Sieg für den 17-jährigen Coburger Joachim Tensing, der alle vier Finalprobleme löste. Schon am ersten Boulder, den Max Dorscht im 10. Versuch und die anderen gar nicht kletterten, machte der amtierende Jugend-Europameister klar, wer Herr im Haus ist. Er kletterte bis zum Top im ersten Versuch, bezwang den Boulder scheinbar mühelos. Das gleiche gelang ihm an Boulder 2. Auch Nummer 3, an der alle anderen gescheitert waren, fiel im 1. Versuch, aber diesmal allerdings nach sichtbar hartem Kampf. An Boulder 4 leistete er sich - wohl schon in Partylaune - sogar einen Fehlversuch, was allerdings keine Bedeutung mehr hatte.
Insgesamt bot dieses Finale tollen Sport und dem Publikum einen sehr guten Einblick in die Faszination des Wettkampfboulderns, einer noch jungen Sportart, die möglicherweise schon 2020 olympisch sein wird.
Vor dem sehr ausgeglichen Herren-Finale hatte sich bei den Damen die Favoritin Alma Bestvater aus Weimar vor Sofie Paulus aus Coburg durchgesetzt. Die beiden waren dem Rest des Feldes doch deutlich überlegen, das Finale entwickelte sich deshalb zu einem spannenden Zweikampf, der erst am letzten Boulder entschieden wurde.
Der Coburger Bouldercup, zum dritten Mal ausgetragen, erfreut sich wachsender Beliebtheit. Die deutliche Mehrheit der 181 Teilnehmer waren Gäste, durchaus auch aus dem weiteren Umkreis - von Fulda bis Nürnberg und von Aschaffenburg bis Erfurt.

2000 neue Griffe

Enorm gestiegene Teilnehmerzahlen waren vor allem am Vormittag bei der Konkurrenz der Kinder zu verzeichnen. 95 Mädels und Jungs boulderten in den Altersklassen bis 12 und 13 bis 15 Jahre. Sie waren wie die Erwachsenen von der Qualität der an den beiden Vortagen mit hohem Aufwand neu installierten Boulderaufgaben begeistert.
Beide Boulderräume des Coburger Kletterzentrums waren zu diesem Zweck komplett ausgeschraubt und alle etwa 2000 Griffe gereinigt worden. Zusätzlich waren große Wandbereiche in der Haupthalle mit Weichbodenmatten fürs Bouldern umfunktioniert worden. Für das Schrauben selbst hatte sich das Coburger Organisationsteam kompetente Unterstützung geholt, auch vom 9-fachen deutschen Meister Christian Bindhammer, der schon zahlreiche Weltcups und auch Weltmeisterschaften gesetzt hat.
In nur einer der vier Kinderwertungen konnte sich der Coburger Nachwuchs durchsetzen. Bei den Mädels bis 12 Jahren gewann Celine Martin knapp vor Enya Hunger (beide Coburg). Die Sektion Würzburg erntet die Früchte der neuen Halle und sichert sich bei den Jungs bis 12 mit Jan Jörg, Julius Schneller und Lars Maiwald gleich alle drei Podiumsplätze.
Bei den 13- bis15-jährigen Mädels ging der Sieg nach Aschaffenburg an die hochtalentierte Sophia Klausner, die das Kunststück fertigbrachte, sich später auch in der Damenkonkurrenz auf Platz drei zu bouldern. Auf den Plätzen landeten Celine Strobel aus Nürnberg und Corona Martin von der Heim-Sektion.
Spannend und hochklassig wie bei den Männern war es bei den 15-jährigen Jungs. Jonas Buba aus Bamberg, Nicolas Vogt aus Fulda und Paul Steinig kamen alle drei mit Maximalpunktzahl aus der Hauptrunde und konnten im, wohl etwas zu leicht geschraubten, Finale alle Boulder flashen. In einem sehr spannenden Superfinale setzte sich Jonas Buba durch und toppte dabei einen Damen-Finalboulder, der von den Damen selbst am Ende nicht bezwungen wurde. le