Acht Jahre lang - mit Unterbrechung, als es ihr besser ging - hatte Carolin gegen die Leukämie gekämpft und in dieser Zeit viel Zuwendung durch die Stiftung erfahren - zunächst unter der Ägide von Klaus-Jürgen Leger, 2011 übernahm Uwe Rendigs den Vorsitz. Für die Familie Fischer war das zeitweilig von existenzieller Bedeutung, denn Sabine Fischer konnte nicht berufstätig sein. "Carolin brauchte rund um die Uhr Betreuung", sagt sie.

Zwei Drittel der Spendengelder gibt die Stiftung für die Förderung der Familien aus, mit dem konkreten Ziel, die Lebensqualität der erkrankten Kinder zu erhalten oder zu verbessern. Ruth Fischer, die im sächsischen Hohenstein-Ernstthal lebt, hat das auch zu schätzen gelernt. "Meine Mutter wollte deshalb zu ihrem 90. Geburtstag keine Geschenke, sondern nur Spenden für die Stiftung", erzählt Claus Fischer. 700 Euro sind dabei zusammengekommen.

"Wir haben das Geld nachhaltig angelegt", sagt Uwe Rendigs. Das heißt, so angelegt, dass die Stiftung Zinsen dafür bekommt. "Wir leben von den Zinsen, denn die Spenden fließen sehr unregelmäßig." In den zurückliegenden Wochen hätten die Menschen vor allem für die Opfer des Altstadtbrandes Geld gegeben - das sei ja auch verständlich. Die Stiftung bekomme am Jahresende die meiste Zuwendung. Jetzt also auch mal zwischendurch eine größere Summe. Benötigt wird Geld indes das ganze Jahr. "Momentan unterstützen wir zwölf Familien monatlich, 25 Familien sind es aktuell, die unsere Hilfe brauchen", erläutert Uwe Rendigs.

Finanzielle Unterstützung


"Es gibt Eltern, die auf Sozialhilfe angewiesen sind. Ihnen greifen wir auch schon mal unter die Arme, wenn sie Kleidung oder auch einen Computer kaufen möchten." Denn es sei wichtig, dass die an Krebs erkrankten Kinder nicht den Kontakt zu Freunden und Klassenkameraden, eben zu ihrem normalen Lebensumfeld verlieren. Dazu gehöre auch, ihnen mal einen Herzenswunsch zu erfüllen. Für Carolin organisierte und finanzierte die Stiftung eine Ballonfahrt - im Rollstuhl. "Ein Notarzt und ein weiterer Begleiter mussten dabei sein. Das war vier Wochen vor ihrem Tod", erzählt Claus Fischer.

Nach fast zwei Jahren ist für die Eltern so etwas wie Normalität eingetreten. Sabine Fischer hat seit Mai eine Arbeit. Die Stiftung habe sie bei der Suche unterstützt und ihr Mut gemacht, sagt Carolins Mutter. Vater Claus befindet sich seit 2011 in der passiven Phase der Altersteilzeit. Doch untätig sein kann und will auch er nicht. Deshalb arbeitet er ehrenamtlich bei den Aktivsenioren Oberfranken mit und unterstützt Neugründer mit seinem Wissen. Außerdem ist er für den Senior-Expert-Service tätig. Das ist eine Stiftung mit Sitz in Bonn. "Ich bin viel in Indien unterwegs und berate dort Firmen." Zu dieser Tätigkeit habe ihn Klaus-Jürgen Leger angeregt. Auch hier wieder die Verbindung zur Coburger Sti ftung.