Als Ursprung zahlreicher technischer Innovationen in Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Unternehmen ist die Hochschule Coburg schon lang kein Geheimtipp mehr. Für ihre herausragenden Diplomarbeiten im Maschinenbau und in der Automobiltechnik wurden drei Jungingenieure vom Bezirksverein Bayern Nordost des Vereins Deutscher Ingenieure geehrt.

Die drei Ausgezeichneten stellten ihre Arbeiten vor. "Jedes Jahr verstehe ich bei den Vorträgen immer nur Bahnhof", gibt Norbert Tessmer zu. Der Oberbürgermeister weiß aber um die Bedeutung solcher Diplomarbeiten. "Unsere Hochschule hat ein Bildungsangebot, über das man spricht", ist er sich sicher.

Auch auf die beruflichen Möglichkeiten ist Norbert Tessmer stolz: "Die vierthöchste Beschäftigungsdichte in der gesamten Bundesrepublik macht unsere Stadt als Wohnort für Absolventen attraktiv." Das sieht auch der Neustadter Wendelin Bär so, der in der Blockfertigung bei
der Firma Kaeser Kompressoren eine Diplomarbeit mit dem Titel "Konzipierung und Bewertung von Spannkonzepten zur mechanischen Bearbeitung von Formgussteilen" verfasst hat. Unterstützt wurde der 34-Jährige von seinem Dozenten Michael Steber.


Weniger Stillstand

Wendelin Bär wollte ein Spannkonzept schaffen, dass die Stillstandszeiten von Maschinen verringert, Mitarbeiter entlastet und die Prozesssicherheit der Vorgänge erhöht. Nach sechs Monaten intensiver Arbeit konnte er Ergebnisse vorlegen, von denen Kaeser Kompressoren profitieren wird. "Ich freue mich, wenn mein Konzept bald im Unternehmen angewandt wird", sagte Wendelin Bär.

Franz-Louis Rüger wollte eigentlich Handwerker werden. Schließlich entschied er sich aber für ein Maschinenbaustudium. Herausgekommen ist eine prämierte Diplomarbeit, die mit Unterstützung von Kai Hiltmann bei der Fellbacher Firma Barth Feuerwehrtechnik entstand. Mit seiner Arbeit über die "Entwicklung einer automatischen Schlaucheinbindemaschine" führte der Würzburger ein Konstruktionsprojekt der Coburger Hochschule fort. Dem 25-Jährigen gelang es, einen voll funktionsfähigen Prototypen zu konstruieren, der das Einbinden von Druckschläuchen automatisiert. Die Maschine wurde auch auf der internationalen Feuerwehrfachmesse "Interschutz" präsentiert.

Auch Antonia Eckl wurde vom Verein Deutscher Ingenieure ausgezeichnet. "Methodische Entwicklung einer alternativen Realisierung der Druckausgleichsfunktion in Heizungsanlagen" lautet der Titel, an dem sie mit Kai Hiltmann feilte. "Das Besondere an ihrer Arbeit war, dass sie nicht nur grafisch besonders ansprechend war", erklärte der Dozent. "Eckl ist bei der Lösung einer technischen Fragestellung sehr methodisch vorgegangen."


Druckausgleich in Heizungen

Die Anwendungsentwicklerin und Projektleiterin hat versucht, optimierte und neuartige Systeme für den Druckausgleich in Heizungen verschiedenster Arten zu entwickeln. Bei der Firma Gealan Formteile in Oberkotzau, wo die 27-Jährige schon ihre Ausbildung zur technischen Zeichnerin absolvierte, entstanden Thema und Diplomarbeit. Eckl hat vor allem Modelle aus Kunststoff untersucht, die wirtschaftlich interessant sind, wegen der hohen Lasten aber vorerst nicht realisiert werden können.

Neben einer Urkunde, die von Martin Schmitt und Hans-Georg Manns der "Deutschen Ingenieure" überreicht wurden, durften sich die drei Diplomingenieure über eine Prämie und eine einjährige Mitgliedschaft im Verein freuen.