" Bei mir sind sie nicht reingekommen", sagt Peter Günther und zeigt auf die gut gesicherte Tür an seinem Gartenhaus mit den doppelten Scheiben. Dafür haben die Einbrecher Keramik-Gefäße und -Figuren zerstört und eine Glasscheibe an der Tür zerbrochen. Weiter konnten sie nicht vordringen. Peter Günther ist froh und nimmt gleich noch ein paar Sachen, die ihm am Herzen liegen, aus dem Häuschen mit. Immerhin: Rund 2000 Euro Schaden haben die Vandalen angerichtet und das ist für den Kleingärtner durchaus ein Grund, wütend zu sein.
Am Montag hat er den Schaden entdeckt und Anzeige bei der Polizei erstattet. Weil auch der Maschendrahtzaun am Weg zum Garten von Peter Günther auffällig verbogen war, hatte er gleich den Verdacht, dass er womöglich nicht der einzige Geschädigte sein könnte. Er sollte Recht behalten. Im Polizeibericht liest sich das so: "Bislang stellten die Ermittler zehn Gärten fest, in denen die Täter zugange waren." Und: "Der angerichtete Sachschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro." Peter Günther ist davon überzeugt, dass mehr als zehn Kleingärtner betroffen sind.
Einer, der erst gestern den Schaden an seiner Hütte festgestellt hat, ist Jürgen Herber. Ihm wurden ein Videorekorder und ein Handy gestohlen. Er sei aber nicht ganz unschuldig, denn der Schlüssel zu seiner Laube war für die Einbrecher nicht schwer zu finden, gibt Jürgen Herber zu. Er hatte ihn nicht besonders gut neben der Tür versteckt. Bevor die Täter ihn aber gefunden haben, machten sie sich an den Schlössern mehrerer Türen zu schaffen. "Ich musste die Schlösser auswechseln", erzählt Jürgen Herber. Im Inneren seiner Gartenhütte hatte er gestern Mittag schon wieder aufgeräumt. "Hier hatten sie alles durcheinandergebracht."
Die Kleingartenanlage am Bertelsdorfer Weg ist mit ihrer zwölf Hektar großen Fläche und den 610 verpachteten Flächen die zweitgrößte in Bayern. Sie sei immer wieder mal Ziel von Einbrechern und Randalierern, sagt der Vorsitzende des Schreberg artenvereins Nord, Bernd Rose. "Besonders im Winter ist es problematisch. Da nächtigen auch hin und wieder mal Obdachlose in den Hütten." Die Anlage zu bewachen, sei kaum möglich, denn die meisten Kleingärtner kommen in der kalten Jahreszeit selten zu ihrer Parzelle. "Wir haben uns schon überlegt, ob wir eine Art Streife einrichten, aber ehrenamtlich macht das niemand, dazu ist das Gelände viel zu unübersichtlich", erläutert Bernd Rose. Und professionelle Bewacher müssten bezahlt werden. Dafür werde sich auch keine Mehrheit finden.
Jetzt wären die vom Vandalismus betroffenen Hobby-Gärtner aber erst einmal froh, wenn die Täter, die so viel Schaden angerichtet haben, schnellstmöglich gefunden würden. Die Polizei bittet deshalb mögliche Zeugen, sich unter der Rufnummer 09561/645-209 zu melden.

Tipps vom Polizei-Fachberater

Eugen Hügle ist bei der Coburger Kriminalpolizei Fachberater zum Schutz gegen das Verbrechen. Er empfiehlt:

Sicherung Zum Verschließen der Gartenhütten sollten möglichst keine Vorhängeschlösser, sondern am besten Schlösser verwendet werden, die sich nicht so leicht knacken lassen. Die Außenhaut eines Gartenhauses besteht auf Anraten von Eugen Hügle am besten aus robustem Material, auch Fenster und Türen sollten stabil sein.
Aber der Berater weiß natürlich, dass Hütten oft von einem Vorgänger übernommen werden und ein Umbau sich kaum lohnt.
Wertgegenstände Deshalb empfiehlt der Fachberater, möglichst keine Wertgegenstände in den Gartenhütten zu lassen.

Kontakt Über weitere Möglichkeiten zum Schutz vor Einbrechern informiert Eugen Hügle gern. Er ist unter 09561/645-424 erreichbar.