Das Volumen des Gesamthaushalts 2015 der Gemeinde ist im Vergleich zum Vorjahr um knapp 1,8 Millionen Euro auf etwa 10,5 Millionen Euro gestiegen und hat somit erstmals die zweistellige Millionenmarke überschritten. Wie Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag im Rathaus optimistisch konstatierte, spiegele eine "solide und gute Haushaltslage eine Art Aufbruchstimmung" wider.
So soll es das Ziel sein, miteinander die Herausforderung zur Steigerung der Attraktivität der Gemeinde mit Weitblick anzugehen.

Der Verwaltungshaushalt umfasst rund 6,8 Millionen Euro. Dem Vermögenshaushalt kann eine gute halbe Millionen Euro zugeführt worden, sodass dieser sich im Vergleich zum Vorjahr um 55,31 Prozent auf 3,7 Millionen Euro erhöht. Kreditaufnahmen sind für 2015 in Höhe von 380.000 Euro geplant.
Damit steigt der Schuldenstand der Gemeinde auf knapp 1,8 Millionen Euro (431,78 Euro pro Kopf). Vorgesehen ist, aus der allgemeinen Rücklage gut eine Million Euro zu entnehmen, sodass dieser Stand auf 1,3 Millionen Euro sinkt.

Gute Steuerkraft, vorhandene Rücklagen, moderate Verschuldung

Umfangreiche Investitionen sind 2016/17 geplant. Kämmerer Steffen Kropp: "Doch aufgrund unserer guten Steuerkraft sowie vorhandenen Rücklagen und einer moderaten Verschuldung können diese Maßnahmen angegangen werden. Die Gemeinde wird dadurch in den nächsten Jahren nicht über ihre Finanzkraft hinaus mit Tilgungs- und Zinsausgaben belastet."

Die Fraktionen zeigten sich von der Aufstellung des Rekordhaushalts beeindruckt und lobten die reife Leistung aller Mitwirkenden. Im Vergleich zu manch anderen Gemeinden im Landkreis könne man sich über diesen "gut durchgerechneten Haushalt" glücklich schätzen. Haushaltssatzung mit -plan und Investitionsprogramm 2015 sowie Finanzplan 2016 bis 2018 wurden allesamt einstimmig beschlossen.

Von Ingenieur Jürgen Kittner wurde die Ausführungsplanung für das Wohnbaugebiet "An der Sonne II" vorgestellt. Zusammen mit den Baumaßnahmen von Straßen und Kanal soll auch ein Gehweg am "Alten Coburg Weg" gestaltet werden. Ein Gehweg von der Schalkauer- zur Sonneberger Straße soll nun doch berücksichtigt werden. Der Ausführungsplanung zur Erschließung des Bauabschnitts II "An der Sonne" wurde ebenso zugestimmt wie der Ausschreibung der Bauarbeiten.

Neuen Heizkessel zum halben Preis

Ein 16 Jahre alter Heizkessel, der mit Erdgas betriebenen Schulanlage ist irreparabel defekt. Aufgrund der Kürze der Laufzeit erklärte sich die Lieferfirma bereit, einen neuen Kessel zum halben Preis von gut 13 000 Euro anzubieten. Aufgrund dessen bekam eine heimische Fachfirma den Auftrag für den Austausch des defekten Heizkessels. Kosten: rund 20.000 Euro. Außerdem wurde der Auftrag mit einer Kostenhöhe von 1600 Euro für die Demontage und Entsorgung des alten Öltanks im Bauhof vergeben. Nach dem Einbau der neuen Erdgas-Heizungsanlage muss nun der 13.500 Liter fassende Öltank abgebaut werden.

Entsprechend der Empfehlung des Ausschusses Infrastruktur, Bauen und Umwelt beschloss der Gemeinderat, das Ingenieurbüro Kittner & Weber mit der Ausarbeitung eines Entwurfs für die fünfte Änderung des Bebauungsplans "Ortszentrum Untersiemau" zu beauftragen. Dies sei notwendig geworden, informierte der Bürgermeister, da einige Unternehmen mit Bauvorhaben angefragt oder mit Erweiterungswünschen bei der Gemeinde nachgefragt hätten.

Zur geplanten zweiten Änderung des Bebauungsplans "Gewerbe- und Industriegebiet Großheirath Nord-West" sowie zur achten Änderung des Flächennutzungs- und Landschaftsplans parallel dazu erhob das Gremium keine Einwände.

Nachdem kürzlich der "Zweckverband zur Abwasserbeseitigung Mittlerer Itzgrund" Umbaumaßnahmen an der Kläranlage Meschenbach beschlossen hat, wurde das Vorhaben bei der Sitzung den Räten durch Jürgen Kittner vorgestellt. Auf dem Gelände werde neu eine Faulgasanlage erstellt, um energetische Möglichkeiten zu nutzen.
Das Gebäude soll durch ein geschlossenes System eine Verbesserung der Emission gewährleisten. Der Geruch würde reduziert und gleichzeitig etwas für die Umwelt getan. Bei etwa 3,5 Millionen Kosten sei dies zwar von mehreren Varianten die teuerste, aber auch die wirtschaftlichste Möglichkeit. Begonnen werden soll noch im Sommer; das Ende der Bauarbeiten ist für Ende 2016 vorgesehen.

Gemeindeblatt ist besser lesbar

Kürzlich wurde die Vergrößerung der Schrift im Gemeindeblatt probeweise von acht auf neun Punkt vollzogen. Damit, so Rosenbauer, habe man gute Erfahrung gesammelt. So beschloss das Gremium jetzt gegen eine Stimme die Beibehaltung der neuen Schriftgröße. Ebenso solle die Kinderseite weiterhin regelmäßig zur Attraktivität für den Nachwuchs integriert bleiben.