Eine Reihe Eltern, die ihrem Unmut freien Lauf lassen, auf der Gegenseite ein hart reagierender Schulleiter Wolfgang Hoydem, ein leicht angesäuerter Bürgermeister Martin Mittag (CSU) und ein den Ausgleich suchender Schulamtsdirektor Werner Löffler. Im Gemündaer Sportheim ging es um die Existenz der Schule in dem Seßlacher Stadtteil.

Thema des erneuten Elternabends war die Verlegung von zwei Schulklassen von Gemünda nach Seßlach, damit verbunden ein Schulleerstand und die Einführung von zwei Kombiklassen in Seßlach für die Jahrgangsstufen 1 und 2 neben einer "normalen" zweiten Klasse. Vergeblich versuchten die Eltern, vor allem Werner Löffler von dem Vorhaben abzubringen. Dieser betonte, dass er von den Vorgaben des Kultusministeriums nicht abweichen könne und dass die Schülerzahl von 69 nicht ausreiche, vier Klassen zu bilden, wovon zwei in Gemünda untergebracht werden könnten.
Einige Eltern zweifelten daran, dass die Lehrer den Unterricht in einer Kombiklasse ordnungsgemäß durchführen könnten. Löffler widersprach diesen Befürchtungen. Die Lehrer seien gut ausgebildet und gut vorbereitet. Über Kombiklassen lägen positive Erfahrungswerte vor, so unter anderem in der Schule in Scheuerfeld. "Bitte haben Sie mehr Vertrauen und legen Sie die Angst ab, dass Ihr Kind in der Schule weniger lernt", bat Löffler und beschwichtigte weiter: "Die Kinder sind nicht in einem Experimentierfeld."


Mittag: Nichts Endgültiges

Er habe keinen Einfluss auf die Klassenbildung, sagte Bürgermeister Martin Mittag. Dass die Schule in Gemünda ab dem Schuljahr 2016/2017 nicht mehr zur Verfügung stehen solle, sei eine Vorgabe des Schulamtes. "Das bedeutet allerdings nicht, dass die Schule ganz dicht gemacht wird, sondern dass sie in den folgenden Schuljahren bei entsprechenden Voraussetzungen wieder in Anspruch genommen werden könnte, erklärte Mittag den Eltern und fügte hinzu: "Das alles kommt von oben." Mittag wirkte leicht verärgert, als er sich dem Vorwurf widersetzte, er habe nichts unternommen. Die Sparkasse schließe ihre Filiale und die Arztpraxis gehe verloren, kochten Beschwerden aus dem Auditorium hoch. "Da erwarte ich schon mehr Engagement eines Bürgermeisters", war eine Stimme aus der Versammlung. Jemand anderer sagte: "Gemünda wird ausgedünnt." "Die Schule in Gemünda ist nicht Geschichte, sie wird nicht vollständig geschlossen, auch nicht der Kindergarten", wiederholte das Stadtoberhaupt seine Aussagen.

Nicht einverstanden zeigte sich Schulleiter Wolfgang Hoydem mit einigen Passagen der Power-Point-Präsentation, die die Eltern in der Versammlung zeigten. Er widersprach der heftigen Kritik, die Eltern und der Elternbeirat seien vorher nicht informiert worden, die Abschaffung des Schulstandortes Gemünda sei ohne die Einbindung der Eltern über die Bühne gegangen und die Konsequenzen für die Kinder und die Ortschaft seien nicht berücksichtigt worden. Er gab zwar zu, dass "es heftig im Gebälk kracht", verwies jedoch auf die Vorgaben des Schulamtes. Verärgert reagierte der Schulleiter zudem darauf, dass anonym Plakate verteilt worden waren.
Den Satz, der die Zusammenkunft dann beendete, sprach Stadträtin Gudrun Jöchner (FW): "Wir müssen das leider so akzeptieren." Einen versöhnlichen Abschluss brachte die Aussage eines Versammlungsteilnehmers: "Haben Sie doch Vertrauen in unser gutes Bildungssystem."