Die meisten Arbeiter sind abgereist, viele Baugeräte abtransportiert, die reinen Tunnelarbeiten sind abgeschlossen. "Wir schaffen die Punktlandung, zeitlich und finanziell", freut sich Friedrich Schubart. Ende August wird der Lauter-Überleiter fertig sein, der unterm Strich 27 Millionen Euro kostet. Doch bei allem Grund zur Freude gab und gibt es rund um das Bauwerk auch Ärger.
Da ist eine Bauernfamilie in Glend, die sich durch die Flutmulde, die das Wasser aus dem Überleiter in den Goldbergsee führt, in ihrer Existenz bedroht sieht. Und da ist die Befürchtung vieler Lautertaler, das Wasser ihres Flusses solle genutzt werden, bei Trockenheit das "Naherholungsgebiet Goldbergsee" zu bewässern.
Ein erster Plan sah vor, auf der Oberlauterer Seite des Überleiters feste Bleche zu installieren, die Wasser ableiten, wenn die Menge vier Kubikmeter pro Sekunde übersteigt. Stattdessen wurden bewegliche Bleche eingebaut, die diese Menge variieren können. Das erklärt Schubart so: Bei Starkregen könne es sein, dass vier Kubikmeter zu viel sind für das Bett der Lauter. Dann regne so viel auf den Fluss, dass er im weiteren Verlauf über die Ufer treten kann. Um die Situation im Auge zu haben, wird der Bereich per Kamera überwacht, die Schieber werden vom Froschgrundsee aus gesteuert.
Weiteres Ärgernis für manche ist ein Spülrohr. Dieses ermöglicht, noch vor den Blechen Lauter-Wasser in den Überleiter zu lenken. "Wenn wenig Wasser durch den Überleiter fließt, können sich Sedimente ablagern. Die müssen raus, und dazu ist es nötig, durch das Spülrohr Wasser umzuleiten", erläutert Schubart. Technisch ist es möglich, jederzeit Wasser durch das Spülrohr zu lenken. "Das ist aber nicht geplant", betont Schubart. Ohnehin habe das Landratsamt Coburg die Nutzung des Rohres untersagt. Geplant sei, mit Vertretern des Landratsamts nach einem Hochwasser zu prüfen, ob die Reinigung des Überleiters durch das Spülrohr nötig ist.