Neujahrsempfänge haben normalerweise mit Politik zu tun und sind eine entsprechend ernste Sache. Ganz anders der Neujahrsempfang der Coburger Band Ton in Ton - 450 Gäste genießen die beiden Konzerte am 4. und 5. Januar mit Spaß an der Musik, sieben top-motivierten Musikern, Songs unterschiedlichster Couleur, einer sehens- und hörenswerten Frontfrau, kombiniert mit lockerem routiniertem Understatement - die Zutaten zum Gelingen einer inzwischen etablierten Veranstaltung im "Schwarzen Bären" in Beiersdorf. So fängt das Jahr gleich gut an.
Die Band startet mit der Instrumental-Nummer "Soulful Strut" und groovt sich bestens ein, wobei Saxofonist Sebastian Mann gleich sein hervorragendes Niveau zeigen darf. Drummer Jürgen Stahl hat sich mit dem Percussionisten Manuel Bauer rhythmische Verstärkung geholt, die den Songs gut steht.
Sängerin Anastasia Scheller startet mit glasklarer Performance und zwei Nummern der britischen Popsängerin Adele: "One and Only" und "Right as rain".
Dann wechselt die Band ins eher jazzige Genre ("Summer Samba" und Billy Joels "Just the way you are"), macht Ausflüge zu selbst komponierten Lovesongs, kommt wieder zu ruhigeren Jazznummern ("Temptation" und "Rio de Janeiro Blue") und macht auch gleich dem Nachwuchs zweier werdender Mütter im Saal Lust aufs Leben mit "Life is wonderful" von Jason Mraz.
Sängerin Anastasia fühlt sich in allen Stilrichtungen hervorragend ein und hält mit der Band den Spannungsbogen. Mit einer Eigen-Interpretation von "Gangnam Style" und "I'm sexy and I know it", begleitet von Gitarrist Jonas Pilz, geht das Publikum in die Pause.
Mit "Cups", einer dreistimmigen A-capella-Nummer und dem Rhythmus aus Bechern, begeistert die Formation nach der Pause den Saal. Jetzt wird's schneller, grooviger: "Urgent" - "Respect" - "Rolling in the deep" - "Truth'll set you free" - der Latino-Song "Cambio Dolor" mit einem bemerkenswertem Saxofon-Solo und schließlich wieder Anastasia Scheller, die mit Beyoncés "Listen" zeigt, was sie kann - der Saal tobt.
Als Zugabe bricht Olaf Pilz (Piano) noch lässig ein paar Frauenherzen in ulk-rockiger Manier und findet sich übergangslos in "I've got the music in me" wieder, wo Anastasia Scheller zum Ende noch einmal mit uneingeschränkter stimmlichen Kraft und Dynamik das Publikum ins neue Jahr schickt.
Als später noch ins Gästebuch geschrieben wird und noch gut 100 Gäste im Saal sind, überraschen die Musiker spontan mit einer Wiederholung der "Cup"-Nummer am Stehtisch und besiegeln den Abend mit rauschendem Beifall.