Das Gelände der Emil-Fischer-Grundschule in Dörfles-Esbach glich in den letzten beiden Tagen mehr einem Erlebnispark als einer Lehranstalt. Schon zum sechsten Mal fand die Kinder-Uni statt, auf die sich die Kinder lange gefreut hatten. Insgesamt 26 Vertreter von Unternehmen, Vereinen und Einrichtungen kamen an die Schule und gaben schon den Jüngsten spannende Einblicke in ihre Tätigkeiten.

"Unsere Kinder haben riesigen Spaß und brennen darauf, den Experten ihre Fragen zu stellen", sagte Rainer Probst. Zwar würden die Schüler manches noch nicht verstehen, aber darum gehe es auch nicht. Vielmehr wichtig sei: "Unsere Schüler sollen ein Gespür dafür bekommen, was es alles gibt und wofür sie sich interessieren."

Vorab wurden die Kinder befragt, über welche Themen sie mehr erfahren möchten. Für die jeweiligen Bereiche hat die Emil-Fischer-Grundschule dann Experten aus der Region angefragt.
"Viele Firmen und Vereine waren schon oft bei uns", erklärte Rainer Probst. "Meistens klappt es, dass wir für alle Fragen die passenden Vertreter finden." Wie an einer richtigen Universität konnten sich die Kinder vorab für ihre sechs "Wahlkurse" einschreiben.


Auch ein Bagger rückte an

Ob Tiere wie Insekten, Pferde und Hunde, Rettungssanitäter und Wasserwacht, Feuerwehr, Ernährung, Technik, Zumba oder Mountain Bike - die Auswahl fiel nicht leicht. Sogar ein Bagger kam aufs Schulgelände, um zu zeigen, wie auf einer Baustelle gearbeitet wird.

Auch das Coburger Tageblatt war vor Ort und hat erklärt, wie Artikel eigentlich in die Zeitung kommen und wie Überschriften entstehen. Die kleinen Kursteilnehmer konnten auch gleich selbst passende Schlagzeilen für eine Geschichte finden. Jeweils eine Dreiviertelstunde lang konnten die Kinder etwas ausprobieren. Es wurde getestet, gebastelt und gestaunt.


Rettungsboot durfte genau inspiziert werden

Die Wasserwacht der Ortsgruppe Rödental kam nicht nur mit einem Einsatzfahrzeug, sondern auch einem Rettungsboot, das die Kinder genau anschauen durften. "Am besten gefällt mir das Steuer", sagte die sechs Jahre alte Mia, "da fühle ich mich wie ein richtiger Kapitän." Der Bootsführer Helmut Böhm zeigte den Grundschülern, wie der Motor des 760 Kilo schweren Bootes zu Wasser gelassen wird und die Bugklappe bei der Rettung von Personen gesenkt werden kann.

Tierisch ging es in einem der Klassenzimmer zu. Die Rettungshundestaffel rückte gleich mit sechs Hunden an, die gestreichelt werden durften. Elke Kunz, die auch eine eigene Hundeschule hat, erklärte den Kindern, dass Hunde von den Wölfen abstammen. Sie gab Tipps für den richtigen Umgang mit den Vierbeinern. "Es gibt auch Hunde, die Angst vor Kindern haben", erklärte sie, "deshalb ist es wichtig, dass ihr den Besitzer erst fragt, ob ihr seinen Hund streicheln dürft." "Ich finde es toll, wie gut die Hunde erzogen sind, und dass sie auf Kommando bellen", sagte Schüler Etienne begeistert.


Den Arm probeweise eingeschient

Bei Danny Roth vom ASB- Rettungsdienst konnten die Kinder am eigenen Leib erfahren, wie es sich anfühlt, Verletzten zu helfen. Lisa war mutig und ließ sich ihren Arm in eine Schiene legen. "Das war ein komisches Gefühl", sagte die Siebenjährige hinterher. "Ich konnte meinen Arm gar nicht mehr bewegen." Ihre Freundin Amalia hat diese Erfahrung schon in der Realität gemacht. "Ich habe mir mal das Bein gebrochen", erzählte sie, "da kamen auch Sanitäter, und später habe ich einen Gips bekommen."

Egal, für welches Thema sich die Kinder entschieden hatten, am Ende war die Zeit wie im Flug vergangen. "Schade, dass schon wieder alles vorbei ist", sagte Mia und fügte hinzu: "Am liebsten hätte ich jeden Tag Kinder-Uni."