Auf dem Programm steht eine Coburger Erstaufführung: Die Matthäus-Passion (1746) von Georg Phil ipp Telemann.


Neben dem Bachchor wirken mit: Marie Smolka (Sopran), Michaela Maucher (Alt), Hermann Oswald (Tenor), Felix Rathgeber und Martin Trepl (Bass) sowie das Main-Barockorchester Frankfurt. Leitung: Peter Stenglein.


Telemanns 250. Todestag

Die Musikwelt gedenkt in diesem Jahr des 250. Todestages von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767). Geboren in Magdeburg, erhielt er seine musikalische Prägung während der Schulzeit in Hildesheim. Er studierte Jura in Leipzig, interessierte sich aber mehr für Musik als für die Juristerei: In Leipzig gründete er ein Amateurorchester, leitete Opernaufführungen und stieg zum Musikdirektor an der Universitätskirche auf. Nach Anstellungen in Sorau, Eisenach und Frankfurt am Main besetzte er ab 1721 als Cantor Johannes und Director Musices in Hamburg eines des angesehensten musikalischen Ämter Deutschlands.


46 Jahre lang sollte er für die Kirchenmusik in der Hansestadt zuständig sein. Und jedes Jahr schrieb er eine Passionsmusik. Die in diesem Jahr in Coburg zu hörende Matthäus-Passion entstand zur Karwoche des Jahres 1746 (3. bis 10. April) und dürfte in dieser Saison in den fünf Hauptkirchen Hamburgs sowie in den diversen Nebenkirchen wenigstens zehnmal erklungen sein.


Ein echt europäischer Komponist

Telemann erweist sich als echt "europäischer" Komponist: Einerseits verwendet er Choralstrophen, wie in der deutschen Oratorientradition üblich. Andererseits schreibt er die Rezitative im französischen Stil mit vielen Taktwechseln und sehr wortbetont.


Dadurch wird die Erzählung des Textes sehr abwechslungsreich und spannend. Die Arien wiederum sind im italienischen Stil gehalten.


Im Solistenensemble gibt es ein Wiederhören mit der Sopranistin Marie Smolka, die von 2010 bis 2013 am Coburger Landestheater engagiert war. Die Bässe Felix Rathgeber und Martin Trepl sind dort derzeit Ensemblemitglieder.


Die tragende Solistenrolle ist der Tenorstimme anvertraut. Hermann Oswald ist ein gefragter Oratorientenor und war mit dem Coburger Bachchor bei der Aufführung von Monteverdis "Marienvesper" 2015 zu hören. Die Altistin Michaela Maucher unterrichtet an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth und war mehrfach in St. Moriz zu Gast.



Rund um Telemanns Matthäus-Passion


Konzert-Tipp Georg Philipp Telemann Matthäus-Passion 1746 - Karfreitag, 14. April, 17 Uhr, St. Moriz Coburg

Solisten Marie Smolka (Sopran), Michaela Maucher (Alt), Hermann Oswald (Tenor), Felix Rathgeber und Martin Trepl (Bass)

Mitwirkende Bachchor Coburg, Main-Barockorchester Frankfurt. Gesamtleitung: Kirchenmusikdirektor Peter Stenglein.
Dauer der Aufführung etwa 90 Minuten

Eintrittskarten bei der Tourist-Information Coburg, Herrngasse 4, 96450 Coburg, Tel. 09561/89 80 44, info@tourist.coburg.de (Restkarten ab 16 Uhr an der Tageskasse)

Hintergrund Seit 1721 wirkte Telemann als "Cantor Johannes und Director Musices" in Hamburg und schrieb in 46 Dienstjahren 46 Passionsmusiken.
ct