Dem Coburger Stadtrat steht eine personelle Veränderung bevor. Wie das Coburger Tageblatt erfuhr, wird Ina Sinterhauf von den Grünen in der Oktober-Sitzung um die Entbindung von ihrem Mandat bitten.

"Ich bedaure das sehr", sagte am Montag der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Wolfgang Weiß, auf Tageblatt-Anfrage. Er habe zwar versucht, Ina Sinterhauf noch umzustimmen. "Aber wenn Ina eine Meinung hat, dann vertritt sie die auch."

Über 10 Prozent bei der OB-Wahl

Ina Sinterhauf hatte erstmals 2014 für den Coburger Stadtrat kandidiert - und war denkbar knapp gescheitert. Die Grünen konnten damals vier Mandate erringen, doch Ina Sinterhauf landete auf Platz 5, und zwar gerade mal zwölf Stimmen hinter Wolf-Rüdiger Benzel.

Um so fulminanter war Ina Sinterhaufs Erfolg bei der Kommunalwahl 2020. Als OB-Kandidatin der Grünen holte sie mit 10,9 Prozent das viertbeste Ergebnis im neunköpfigen Bewerberfeld. Bei der Stadtratswahl konnte Ina Sinterhauf als Spitzenkandidatin auf der Grünen-Liste insgesamt 9601 Stimmen auf sich vereinen - nur vier Kandidaten (nämlich Dominik Sauerteig, Thomas Nowak, Christian Meyer und Thomas Apfel) holten mehr Stimmen.

Kuriose Nachrücker-Situation

Bei der Frage, wer für Ina Sinterhauf in den Stadtrat nachrücken wird, gibt es eine kuriose Situation: Erste Anwärterin auf der Grünen-Liste ist eigentlich Jule Köhn, die aber mittlerweile in Berlin studiert und sich deshalb nicht in der Lage sieht, nebenbei dem Coburger Stadtrat anzugehören. Ähnlich verhält es sich bei der zweiten Nachrückerin Leonie Schauer, die außerhalb von Coburg eine Berufsausbildung begonnen hat. Die nächsten beiden Nachrückerinnen - Theresa Scholz und Ujvesa Pronaj - sind seit der Kommunalwahl 2020 aus Coburg weggezogen. Somit dürfte der sage und schreibe fünfte Nachrücker die Nachfolge von Ina Sinterhauf antreten: Kein Klüglein. Der 26-Jährige ist auch Vorstandssprecher der Coburger Grünen.

Hintergrund: Der Coburger Stadtrat

Hintergrund Der Coburger Stadtrat besteht aus 40 Stadtratsmitgliedern und dem Oberbürgermeister. CSU und JC bilden mit 10 Sitzen die größte Fraktion. Es folgen die SPD mit 9 Sitzen, die Grünen mit 6, Pro Coburg mit 5 sowie die CSB mit 3. Sieben Stadträte sind fraktionslos.