Die Wählergruppe "Junge Coburger" (JC) hat ihr umfangreiches Programm für die Stadtratswahl im März 2014 vorgestellt. Es trägt den Titel "Attraktives Coburg 2.0 - der neuen Generation eine Chance!". Ein Schwerpunkt der JC ist eine bessere Ein- und Anbindung der Hochschule. Allen voran müsse im Bereich Güterbahnhof das "Band für Wissenschaft" realisiert werden. Als "unbedingt erforderlich" wird eine Fußgängerbrücke über Stadtautobahn und Schienen auf Höhe des Bahnhofs erachtet. Eine solche Verbindung zwischen Hochschulberg und Stadtzentrum hätte nicht nur infrastrukturelle Vorteile, sondern könnte auch ein "Design-Highlight" sein.

In der Innenstadt wollen die JC mehr Studentenwohnungen schaffen. Konkret schlägt man ein "studentisch geprägtes Viertel" im Bereich Steinweg/Lohgraben/Hindenburgstraße vor. Dort könnte dann auch der Hahnfluss streckenweise renaturiert werden.
Fürs ehemalige BGS-Gelände sollten in Zusammenarbeit mit der Hochschule "kreative Nutzungskonzepte" entwickelt werden.

Inlinerbahn und Eislaufhalle

Auf der langen Wunschliste der JC stehen außerdem eine Schlossplatz-Tiefgarage, ein neuer Verkehrslandeplatzes, eine Jugendherberge, langfristig eine Inlinerbahn und eine Eislaufhalle sowie mittelfristig eine Großraumdisco - und zwar auf der Lauterer Höhe, im Bereich Anger oder am Güterbahnhof.

Führende Köpfe der JC - wie etwa der Vorsitzende Kurt Knoch - sind auch Mitglied der CSU. Doch grundsätzlich pocht man auf seine Eigenständigkeit, und die wird beim Thema Sperrzeit deutlich. Im Wahlprogramm heißt es: "Wir stellen uns klar gegen eine Sperrzeitverschärfung, da wir davon ausgehen, dass sie keine Verbesserung erbringen würde." Die Coburger CSU ist bekanntlich für eine Verlängerung der Sperrzeit.


Aus dem Wahlprogramm: Weitere Ideen der Jungen Coburger


Schulen Viele Pausenhöfe sollten "bewegungsanregender und kreativitätsfördernder" gestaltet werden, so die Forderung im JC-Wahlprogramm, und zwar "zur Vermeidung gesundheitlicher Probleme oder Konzentrationsschwächen".

Sauberkeit Teilweise besteht in Coburg laut den Jungen Coburgern ein Mangel an Mülleimern - etwa an öffentlichen Plätzen und in Parks. Diese Situation führe zu Verunreinigungen und sei deshalb zu ändern. Diese Situation führe zu Verunreinigungen und sei deshalb zu ändern. Denn Sauberkeit gehöre zur Lebensqualität. Auch wäre in Teilen eine Vorsortierung möglich - so, wie es die Bahn macht. Zusätzlich wären Flaschenhalter an der Außenseite für Pfandsammler "wünschenswert".

Sport Das Sportzentrum Coburg-Nord sollte langfristig um einen Strand erweitert werden - aufgrund der Wasserqualität ohne Bademöglichkeit, "aber mit dem entsprechenden Flair".

Verkehr Die JC sind für eine Senkung der Fahrpreise für öffentliche Verkehrsmittel und für ein Ringbus-System. Angesichts der Erkenntnis, dass Coburg Geburtsstadt des Elektromobils ist, wäre es an der Zeit, der Elektromobilität neuen Schwung zu geben durch die Umsetzung eines intelligenten Elektro-Car-Sharing-Konzeptes als Pilotinstallation in Coburg. Dies reicht von intelligenten Park-/Ladeinfrastrukturangeboten bis hin zu familienfreundlichen Nutzungskonzepten (z.B. zeitweisem Ausleihen von Elektro-Kleinbussen). - Auf unseren Straßen ist eine bessere Abstimmung der Ampelschaltungen anzustreben. Auch intelligente Sensortechnik sollte eingesetzt werden, um ein schnelleres Fortkommen zu ermöglichen. Das Busbeschleunigungssystem muss optimiert werden. Bei zukünftigen Straßenbauprojekten sind Kreisellösungen vorzuziehen.

Parken JC: "Außerdem fordern wir kostenlose Kurzzeitparkmöglichkeiten in den Parkhäusern, denn Parkgebühren stellen einen Wettbewerbsnachteil der Innenstadt gegenüber den Einkaufszentren auf der "Grünen Wiese" dar. " Und: "Wir fordern nach nunmehr 30jähriger Wartezeit einen schnellen Ausbau der B4 im Nadelöhr Weichengereuth. - Zur Lösung des Verkehrschaos an der Kreuzung Obere Anlage/Steingasse benötigt es eines intelligenten Ansatzes, z.B. einer Fußgängerunterführung."

Baustellen Ein funktionierendes Baustellenmanagement soll das regelmäßige Verkehrschaos in Coburg entschärfen. ct

Freizeit Der Goldbergsee soll auch als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung dienen. Die bereits geplanten und gegebenen Möglichkeiten, zu campen (allerdings mit geeigneter Infrastruktur) und Boote auszuleihen, sollten durch zusätzliche attraktive Angebote erweitert werden, wie z.B. Floßfahrten und Sportanlagen. Bemühungen, ein Seekaffee anzusiedeln, sind zu unterstützen.

Tourismus JC: Unsere Stadt benötigt ein Tourismuskonzept, welches geeignet ist, die Schönheiten unserer Stadt einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Mit einem E-Bike-Tourismuskonzept mit Navi-Guide und Radverleihstationen könnte dem neuen Freizeittrend Rechnung getragen werden. Zudem fordern Bemühungen zur Ansiedlung ein Bike&Breakfast-Hotels an einer Radroute entlang Coburgs historischen Plätzen.

Veste Die Veste Coburg ist weit über die Stadtgrenzen als "Fränkische Krone" bekannt. Leider sind wir in der Außendarstellung zu wenig stolz auf dieses historische Bauwerk. Neben einer - insbesondere bei Großveranstaltungen - durchgängigen und bei entsprechenden Anlässen wie Samba bunten Beleuchtung der Veste fordern wir auch eine Beleuchtung des Weges. Das ganze Jahr über ist der Aufgang durch den Hofgarten unbeleuchtet. Spaziergänger, Freizeitsportler und nicht zuletzt Touristen könnten dann auch in den Abendstunden den Auf- bzw. Abstieg durch den Hofgarten bewältigen und somit den Charme des gesamten historischen Areals von der Ehrenburg bis hin zur Veste nutzen.

Und wie soll das alles finanziert werden?

Dazu schreiben die Jungen Coburger: "Als eine mögliche Einsparung schlagen wir die Reduzierung der Coburger Eigenheimzulage vor. Einst machten wir uns als erste Gruppierung stark für diese daraufhin eingeführte Förderung. Nach wie vor sind wir von ihrer Richtigkeit überzeugt. Jedoch denken wir, dass das Instrument zur Anlockung junger Familien trotz einer Senkung der Förderbeträge wirksam bliebe. Wenn sich die Finanzsituation später entspannen sollte, wäre eine Anhebung wieder ohne Probleme möglich. Wir wollen mit diesem Schritt auch ein Signal an andere Gruppierungen geben, liebgewordene Projekte zu überdenken.

Das Amt des dritten hauptamtlichen Bürgermeisters ist finanziell nicht mehr vertretbar und daher abzuschaffen.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Forderungen trotz der genannten Sparvorschläge nicht von heute auf morgen erfüllt werden können. Dennoch halten wir es für dringend erforderlich, mehr für die junge Generation in Coburg zu tun, um diese dazu zu bewegen, der eigenen Heimat wieder positiver gegenüber zu stehen." ct