Für Joachim Träger ist es die kostengünstigste und effektivste Variante. "Durch Zufall bin ich in den alten Unterlagen auf den ursprünglichen Verlauf der Itz gestoßen." So gerade wie heute - auf ganzer Strecke entlang der Uferstraße - floss sie nämlich früher nicht. Sie machte einen Bogen, war dann aber begradigt worden, zuerst zugunsten der Werrabahn, dann wegen des Güterbahnhofs.

Joachim Träger kam nun die Idee, sie in etwa wieder dorthin zu verlegen, wo sie früher schon einmal floss - im Bereich des Güterbahnhofs in die Nähe der Gleise. Das Ganze hätte dann den Vorteil, dass das Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs über die Uferstraße zu erreichen wäre. Brücken über die Itz wären nicht nötig. Mehr Platz würde auch geschaffen.


Kleines Wasserkraftwerk

Doch Joachim Träger hat auch einen Entwurf mit zwei Brücken in der Schublade. Eine in Verlängerung der Karchestraße und eine, aus Richtung Ernst-Faber-Straße kommend. Diese Variante wäre aus seiner Sicht aber die teurere. "Die Brücken brauchen eine lichte Spannweite von mindestens 30 Metern. Ver- und Entsorgungsleitungen müssten neu gelegt werden." All das sei bei einer Umleitung der Itz nicht notwendig, da liegen alle Leitungen schon.

Und noch eine Idee hat der Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes: "Der bisherige Arm der Itz, der dann stillgelegt wäre, könnte als Durchlauf für ein Wasserkraftwerk genutzt werden, unterirdisch mittels Rohr oder oberirdisch mit einer kleinen Staumauer. Wir haben dort ein Gefälle von zwei bis zweieinhalb Metern." Vielleicht wäre das interessant für die SÜC. Oder der über Wasserkraft erzeugte Strom könnte den neuen Nutzern des Güterbahnhofsgeländes zugute kommen. "Das geht aber nur, wenn es sich dabei nicht um energieintensive Betriebe handelt." Joachim Träger kann sich auf diesem Terrain studentisches Wohnen und Firmen vorstellen.

Das Band der Wissenschaft sieht er entlang der Schlachthofstraße. Und passend dazu einen Bahnhaltepunkt unter der Frankenbrücke, den sowohl die Studierenden als auch die Beschäftigten aus dem Coburger Süden nutzen könnten. Weil die jetzt noch bestehenden mehr oder weniger komfortablen Parkflächen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs wegfallen, hat sich Joachim Träger auch Gedanken über Ersatzflächen gemacht. "Die könnten auf dem jetzigen Itzflussbett entstehen. Das Schwemmland lässt sich anderweitig sowieso kaum nutzen." Außerdem gebe es noch die Möglichkeit, in der Schlachthofstraße zu parken.


Altlasten kommen später dran

Und wie steht es um die Altlasten auf dem Güterbahnhofsgelände? "Die habe ich erst einmal außen vor gelassen", sagt Joachim Träger. Aber sobald es an die intensivere Überplanung gehe, müsse untersucht und gebohrt werden - so wie derzeit am Anger für die Sporthalle.

"Die oberen zwei Meter Erdreich müssen wir in jedem Fall abtragen, weil das nur aufgeschüttetes Material und nicht tragfähig ist." Zur Entsorgung der Altlasten müsse dann noch einmal bis zu sechs Metern in die Tiefe gegangen werden. "Das könnte sich aber auch positiv auf die Itzverlegung auswirken."


Masterplan ist notwendig

Angesichts der doch schon recht detaillierten Planung stellt sich die Frage, ob es trotzdem noch eines Masterplans bedarf, für den im Mai eine spezielle Arbeitsgruppe gegründet werden soll. Den Antrag, eine solche Arbeitsgruppe zu gründen, hatten die SPD-Stadträtinnen Bettina Lesch-Lasaridis und Petra Schneider bereits im November vergangenen Jahres gestellt. "Einen Masterplan brauchen wir auf jeden Fall", stellt Joachim Träger fest. Denn für die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans müssten im Vorfeld die wichtigsten Rahmenbedingungen und Planungsspielräume abgestimmt werden.

Zum Beispiel die Altlastenentsorgung, welche Struktur die neu erschlossenen Gebiete haben sollen, welche regenerativen Energiequellen genutzt werden können oder was im Zusammenhang mit dem Denkmalschutz zu beachten ist. "Es muss auch geklärt werden, welche Förderung wir für welches Projekt bekommen können." Der Arbeitsgruppe sollten Stadtratsmitglieder aus allen Fraktionen, Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Hochschule Coburg, des Coburger Designforums Oberfranken, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft und der Wohnbau Coburg angehören.