Ein wichtiges Bindeglied zwischen der Stadt Neustadt und den Sportvereinen ist der Stadtverband der Sportvereine, der im Jahr 1925 gegründet wurde. Von seiner Bedeutung für den Sport in der Puppenstadt hat er bis heute nichts verloren.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung widmete sich Vorsitzender Martin Nußpickel dem Thema Vereinsnachwuchs. Nach seinen Worten herrschen in Neustadt hier in einigen Bereichen unzureichende Verhältnisse, und das bei über 7000 Mitgliedern in 27 Vereinen. "Gerade in Zeiten, in denen öffentliche Zuschüsse immer weniger umfassen, können besonders kleinere Vereine vor ihrem Ende stehen", mahnte Nußpickel. Es sei daher für ihn völlig unverständlich, dass im Bestandsbericht 2015 einige Mal im Kinder- und Jugendbereich eine Null stehe. Ein weiteres Augenmerk werde man dem Seniorensport widmen.
Martin Nußpickel will daher eine gewisse Anerkennung durch die Stadt wie im Jugendbereich initiieren.


Fördergelder nur von 49 Personen abgerufen

Überrascht zeigte sich der Vorsitzende, dass die Fördergelder der Stadt für nicht lizensierte Übungsleiter nur von 49 Personen abgerufen wurden. Etwas Positives konnte er diesem Umstand aber dennoch abgewinnen: Die Förderung teilt sich demnach auf weniger Köpfe auf. "Umso erfreulicher für die Empfänger", meinte der Vorsitzende, gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass man die Summe von 7750 Euro nicht mit dem Gießkannenprinzip verteilen könne. "Dem Stadtverband sollten nur solche Mitarbeiter genannt werden, die im Jahresverlauf wertvolle, regelmäßige und zeitaufwendige Arbeit im Schüler- und Jugendbereich geleistet haben", betonte der Vorsitzende.

Bedauerlich ist für ihn, dass im vergangenen Jahr keine Stadtmeisterschaft im Fußball stattfinden konnte. Er wusste aber die beiden Gründe dafür: "Im Sommer war es zu heiß, im Winter war die Halle belegt." Die Vereine erinnerte er in diesem Zusammenhang daran, dass die Richtlinien zur Durchführung von Stadtmeisterschaften zu beachten seien.

Einen Überblick über die Einnahmen und Ausgaben des Sportverbandes gab Schatzmeister Ulrich Bieberbach. Er erläuterte, dass die Fördergelder in einer Gesamthöhe von rund 31.000 Euro 1:1 an die Vereine weitergeben wurden. Er erinnerte daran, dass es sich hierbei um eine freiwillige Leistung der Stadt Neustadt handele.
Oberbürgermeister Frank Rebhan (SPD) forderte die Vereine auf, sich verstärkt um Fördergeld zu bemühen. Er verwies auf den "Fördertopf" des Landkreises Coburg und führte vor Augen, dass nach Rödental im Vergleich zur Puppenstadt die doppelte Summe geflossen sei. "Nicht dass ich den Rödentaler Vereinen das Geld nicht gönne, aber hier könnten die Neustadter Vereine aktiver werden", betonte Rebhan.

Dank sagte er, dass die Vereine die Belegung der Frankenhalle durch schutzsuchende Menschen in großartiger Weise mitgetragen hätten. Nachdem in Neustadt hauptsächlich asylsuchende Familien mit Kindern untergebracht werden, sieht Rebhan dies als echte Chance, diese Menschen in die Vereine aufzunehmen. Die Vereine können einem wichtigen Beitrag dafür leisten, die Kinder schnell zu integrieren. "Jeder, der in Neustadt lebt, ist ein Neustadter", betonte Frank Rebhan unmissverständlich.


Oberbürgermeister sagt den Vereinen die Unterstützung der Stadt zu

Auch darf es nach seinen Worten nicht eine Frage des Geldes sein, um in diesem Bereich wichtige Arbeit zu leisten. Den Vereinen sagte er die Unterstützung der Stadt zu. Weiter bekräftigte er die Zusage, dass man Kooperationen zwischen Vereinen fördern wolle. "Wir sind hier für alles offen", betonte er. Um als Übungsleiter ohne Lizenz in den Genuss von Fördergeldern zu kommen, ist eine Erste-Hilfe-Ausbildung Voraussetzung. Wolfgang Oberender (Turngemeinde Neustadt) regte an, diese Grundsätzlichkeit abzuschaffen, da es viele Helfer gebe, die wichtige Arbeit leisteten, ohne auf diese Ausbildung verweisen zu könne.

Tanja Altrichter (Koordinierungszentrum Bürgerliches Engagement, Landratsamt Coburg) nahm die Mitgliederversammlung wahr, um über die aktuellen Richtlinien der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen zu informieren. Auch ließ sie wissen, dass ihr Büro für alle Fragen rund um die ehrenamtliche Tätigkeit zur Verfügung stehe. Auf eine bewährte Führungsmannschaft können sich die Mitgliedsvereine auch in den kommenden drei Jahren verlassen, denn alle Vorstandsmitglieder erklärten sich bereit, ihre Ehrenämter weiter auszuführen.